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Culture

29-05-2017 Par

F T Y

Deutschland Fussballweltmeister und jetzt auch noch Kulturweltmeister!

Warum Luxemburg gegen Deutschland auf der Bienale in Venedig verloren hat?

Dass Deutschland 2014 in Brasilien gerechterweise Fussballweltmeister wurde, muss man neidlos anerkennen. Die Frage, wird es dem luxemburgischen Fussball (auch mit neuem Stadium) jemals gelingen Deutschland diesen Titel streitig zu machen, kann man eindeutig mit «nein» beantworten.

Also 1 zu 0 für Deutschland.

In Punkto Kultur sind sie nun auch ganz oben angekommen. Zuerst mit dem Thema «Deutsche Leitkultur». In dem entspechenden Papier von Thomas de Mazière heisst es: «Wir sind Kulturnation». Deutschland hat grossen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung der ganzen Welt. Bach und Goethe gehören der ganzen Welt und waren Deutsche… OK, bei diesen beiden Genies können wir mit unserem Lentz und Dicks leider nicht angeben.

Also 2 zu 0 für Deutschland.

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Thema der Bienale 2017 in Venedig und stellen uns die Frage warum Deutschland die 2 goldenen Löwen mit nach Hause genommen hat.

Auf der Basis welcher Kriterien wurde diese Entscheidung genommen?

Sie wurden von der Kuratorin Christine Macel definiert nach dem Motto « Viva Arte Viva » dh. «Hoch lebe die lebendige Kunst.»

«Performance» Kunst wurde privilegiert, also handlungsbezogene, vergängliche künstlerische Darbietungen von Performern oder Performergruppen. Sie hinterfragt die Trennbarkeit von Künstler und Werk sowie die Warenform traditioneller Kunstwerke. Der/die Künstler(in) ist oft selbst Teil des Kunstwerkes während die Zuschauer selbst nicht aktiv involviert werden wie es im sogenannten «Happening» der Fall ist. «Performance» Kunst gibt es allerdings bereits seit den 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ziel dieser «Performances» sollte sein, die Zuschauer in utopische Traumwelten zu versetzen um einen Augenblick die Zeit globaler Unordnung und Unsicherheit zu vergessen.

Mike Bourscheid (im luxemburgischen Pavillon der Ca’del Duca) hat versucht diese Kriterien zu erfüllen. Seine einstündige «performance» hatte den Titel «Thank you so muc » (Villmols merci) und bestand darin dass die Besucher Blumen in eine Vase stecken konnten die der Künstler auf dem Kopf getragen hat. Je mehr Blumen in der Vase waren, je höher das Gewicht und die Last sie zu tragen. In den weiteren 4 Zimmern des Austellungsortes präsentierte der Künstler surreale, selbstgefertigte Objekte aus Leder und «fer forgé», Symbiosen zwischen Kleidungsstück und Fetischgegenstand. «Gender» Thematik und Kampf gegen kulturelle Klischees sollten dem Ganzen ein wenig Inhalt verleihen.

Anne Imhof (im deutschen Pavillon) präsentierte dem Publikum eine 5 stündige Performance mit dem Titel «Faust». In dem von den Nazis erbautem Gebäude, wurde der Zuschauer draussen zuerst von bellenden Dobermännern und von uniformierten Wachleuten in Empfang genommen. Im Innern des Gebäudes agierten schwarz gekleidete Performer in Addidas Turnschuhen, unter einem Glasboden sowie auf verschiedenen Ebenen des Innern. Sie bewegten sich im Zeitlupentempo und sangen zu « techno-religiöser » Musik. Die ganze Choreographie wurde über I-phone von der Künstlerin, die selber im Raum präsent war, koordiniert. Raum für Improvisationen waren dabei aber auch erlaubt. Die Zuschauer waren ausgeschlossen, teilweise durch Zäune und teilweise durch Panzerglas.

Die Künstlerin, eine ehemalige Türvorsteherin im Frankfurter Rotlichtmilieu, versuchte sich hier mit dem Thema « Faschismus » auseinander zu setzen. Das erschien logisch. Weil der Ort der Performance selbst einst ein ehemaliger nationalsozialistischer Kunsttempel war. So gelang es ihr das « Faschistoïde » sehr gut in Szene zu setzen. Ordnung, Klarheit, Strenge und die kalte Brutalilät der Architektur einerseits, Psychoterror durch die Präsenz von Wachmännern, Spürhunden und die sektenhafte Akteure andererseits. Das Dirigieren der Akteure von oben, der Verlust ihrer Individualität, die Ausgrenzung derjeningen die nicht mitmachen…dokumentierte auf eindrucksvolle Art und Weise was jeden Bürger erwartet, der ein solches Regime von «law and order» befürwortet.

Anne Imhof gelang ausserdem sehr gut das Böse ästhetisch zum Ausdruck zu bringen. Was in der Realität deutlich noch perfider und gefährlicher ist. In diesem Fall sind es die Performer in ihrem schicken Adidas Sportdress, die schöne, atonale Musik und die Akteure in ihrem meditativem Rauschmodus.

Natürlich ist diese Performance topaktuell nähmlich das Wiedererwachen des Rechtsextremismus in Deutschland und in Europa. Der Titel der Performance ist gut gewählt. Faust ist natürlich eine Allusion auf Goethe’s Werk , aber auch auf die körperliche Faust eines Massenmörders namens Anders Breiwick.

Warum ist der deutsche Beitrag nun besser als der Luxemburgische ?

Nun, beide erfüllen die Auswahlkriterien, jedoch erscheint der deutsche Beitrag viel radikaler. Und Kunst sollte grundsätzlich radikal sein. Das betonte bereits im letzen Jahrhundert ein weltbekannter Künstler namens Salvador Dali.

Der luxemburgische Beitrag wirkt im Vergleich dazu zu harmlos und « political correct », eben typisch Luxemburgisch.

Der deutsche Beitrag betrifft den Zuschauer emotional viel stärker, er verlangt von ihm mehr Ausdauer, physich und psychisch gesehen, er involviert ihn mehr, er fordert ihn auf zum Nachdenken und zum Handeln. Der Beitrag des luxemburgischen Künstlers erzeugt nur Staunen über einen etwas exentrischen Zeitgenossen und das war’s dann schon.

Das Thema des deutschen Beitrags betrifft viele. Es ist ein akut gesellschaftliches Thema. Mike Bourscheids Kunst ist zu individualistisch und intimistisch. Er beschäftigt sich zu sehr mit sich selbst, denkt nicht genug an die Gesellschaft in der er schlussendlich lebt. Themen wie die des « Genders » sind nicht so aktuell und allzu deutlich und radikal zum Ausdruck gebracht worden. Eine allzu narzistische Kunst konnte noch nie eine grosse Öffentlichkeit begeistern.

Der deutschen Künstlerin gelang es schlussendlich besser den Austellungsort selbst in die ganze Inszenierung mit ein zu beziehen. Ein Gesamtkunstwerk mit viel Ästhetik und politischer Brisanz wurde so auf gerechte Weise mit dem «Goldenen Löwen» belohnt. Ohne neidisch zu sein , muss man der deutschen Künstlerin und ihrem Pavillon wohl auch diesmal den Sieg gönnen und den Titel der diesjährigen Ausgabe dementsprechend umändern. Nämlich in «Viva Germania Viva»!

3-0 für Deutschland.

Bravissimo!!! (MAPK)

Quellen:
ARD Mediathek: TTT Anne Imhof Deutscher Pavillon
ZDF Kultur Aspekte Heute Journal 13-05 2017
Frankfurter Neue Presse :Der Pavillon wird zum Zwinger
ART Mai 2017 Bienale Venedig (Mai 2017)
Zeit Online :Wir sind nicht Burka 20.05.2017
Artikel zum Thema im Tageblatt, Journal, Luxemburger Wort…

Politique

15-05-2017 Par

F T Y

Was wäre wenn Marine das Kulturministerium in Luxemburg übernommen hätte?

(ein fiktiver, sarkastischer Kommentar)

Luxemburg hätte ein paar Affen mehr bekommen und hätte sich so stark wie einst das Gibraltar des Nordens gefühlt.

Nun dann wäre die Kultur nach wie vor das Stiefkind der Nation geblieben, denn von den 144 Vorschlägen im Programm des «Front National» befassten sich praktisch nur drei mit dem Thema Kultur. Nicht unter der Rubrik Kultur, die gab es nicht, sondern unter der Rubrik »Un Luxembourg qui crée et rayonne. »

Erster radikaler Schritt wäre gewesen, allen Museen wieder einen luxemburgischen Namen zu geben . Das« City Museum Luxembourg » würde dann wieder « Staater Musée » heissen. «Sorry» Madame Polfer.

Auch hätte es nicht mehr Geld als zuvor gegeben. Das Budget « Kultur » bliebe eingefroren auf dem selben Niveau wie bei den beiden vorherigen Präsidenten. Die drastische Sparpolitik erklärt diesen Schritt. Für Künstler und Künstlerinnen hätte das bedeutet: keine Subsidien mehr!

Nur eine Institution hätte sich gefreut. Nämlich das «Sites et monuments». Hier wären die Kredite um 25% erhöht worden. Unser Architekturerbe wäre dann besser unterhalten, geschützt oder vielleicht sogar wieder ganz neu aufgebaut worden.

Die Stadt Luxemburg hätte mit dem Wiederaufbau der Festung, wie vor der Schleifung im Jahre 1867, begonnen. Nur der Bürger wäre abends in die Festung hereingelassen worden, der eine Strofe des «Renert» von Michel Rodange in luxemburgischer Sprache auswendig aufgesagt hätte.Wäre das nicht der Fall gewesen, dann wäre Letztere freundlichst gebeten worden seine Heimreise in Richtung Frankreich, Deutschland oder Belgien anzutreten.

Es wäre dann auch nicht mehr möglich gewesen unsere Paläste und architektonischen Kronjuweln an chinesische oder arabische Grosskonzerne zu verjubeln. Damit hätte man ja auch noch einverstanden sein können.

Das Kunsthandwerk wäre wiederum in unseren Schulen mehr gefördert worden, wohlverstanden das traditionelle Handwerk, wie z.B «Peckvillercher» modellieren . Warum nicht! Denn manuelle Aktivitäten sind willkommener Ausgleich für stundenlanges Smartphoneglotzen bei Kindern und Jugendlichen.

Nach einem Sieg von Marine wäre unser Land von einer Unzahl sogenannter «pépinières d’artistes» übersäht worden. Natürlich nur geöffnet für einheimische Künstler(innen), was aber unweigerlich zu einer Art degenerierter und inzesthafter Kunst geführt hätte. Die Einreise ausländischer Künstler(innen) wäre stark behindert worden. Im Programm ist nämlich ein Verlassen des Schengenraum und eine Wieder- einführung der Grenzkontrollen vorgesehen.

Weiterhin wäre die Finanzierung der Museen nur noch durch ein sogenanntes «populäres Mäzenat» garantiert worden. So könnte sich dann jeder Bürger finanziell an kulturellen Projekten beteiligen und bekäme als Gegenleistung steuerliche Erleichterungen zugesprochen. Staat und private Wirtschaft müssten so ihr Monopol durch Sponsoring aufgeben. Das Volk würde dann über das Programm der Museen entscheiden und den kulturellen Eliten, Kuratoren, Kunstkritikern den Garaus machen.

Nur was schön ist und dem allgemeinen Geschmack entspricht wäre dann gezeigt worden. Eine uniforme Kunst wäre die Konsequenz gewesen.

Es wäre aber auch vielen Künstlern und Künstlerinnen an den Kragen gegangen. Nur diejenigen die Kunst zu ihrem Beruf gemacht haben, also ein Studium mit Abschluss, hätten dann das Recht gehabt sich diesen Titel anzueignen. Letztere hätten eine sogennante « carte professionnelle » erhalten, aber nur wenn sie den Kriterien rechtsextremistischer Kunst entsprochen hätten. Alle Pseudo respektiv Hobbykünstler(innen) hätten so ihre Pinsel beim Kulturministerium persönlich abgeben müssen.

In allen Schulen des Landes, von der Primärschule bis hin zum Gymnasium, wäre Musikunterricht wieder obligatorisch geworden. Man hätte das, der älteren Generation noch bekannte Liederbuch, »Mir sangen- Lëtzebuurger Lidderbuch » erneut auf das Programm gesetzt. Dank dessen hätte man beim gemütlichen «Patt» im Café zusammen singen können, um so unser Zusammengehörigkeitsgefühl wieder zu stärken.

Marine hätte die kulturelle Diversität gestärkt. Nein das kann nicht wahr sein! Ach ja, sie versteht unter kultureller Diversität etwas anderes, nämlich die einheimische Diversität, also die Kultur der Minettsdëpp, der Moselaner oder der Wëlzer hoch im Norden des Landes. Die Priester wären dann gezwungen worden ihre Sonntagspredigt im passenden Dialekt zu machen.

Marine hätte jedes Jahr einen Kunstsalon für die sogennante «offizielle Kunst» organisiert. Natürlich nur für Künstler(innen) mit rechtsextremer Gesinnung und dazu passenden Themen wie z.B Schönheit, Erbe und Identität. Daneben hätte es einen « Salon de l’art caché »gegeben, ein anderer Name für «entartete Kunst», mit Werken die Marine’s Nachfolgerin Marion persönlich ausgewählt hätte. Die «Cloaca» von Wim Delvoye hätte bestimmt zu den ausgewählten Werken gehört !

Fazit des Ganzen: Luxemburger Kunst über Alles. Einige einheimische Künstler(innen) hätten sich eventuell gefreut, wären sie jetzt endlich auch ins MUDAM eingezogen… OK. Aber zu welchem Preis ?

Gott sei Dank ist dies nur eine fiktive Geschichte.

Articles consultés :
Le programme culture du front national : un danger pour la diversité culturelle. (Le club de Mediapart)
Culture : Que propose le programme de Marine le Pen. (Le Figaro )
Les candidats à la présidentielle et la culture. Les propositions de Marine le Pen. (Culturebox)
Emmanuel Macron –Marine le Pen, quid de la culture. (Exponaute)
Le plan culture de Marine le Pen. (L’Express)
Politique cultuelle Macron VS Le Pen (Rollingstone)
Que propose Marine le Pen pour la culture ? (La toutdesuite)

Politique

28-04-2017 Par

F T Y

Der Arbeiter verschwand, die rote Farbe blieb

Eine kleine kunsthistorische Studie von Plakaten zum Anlass der traditionellen 1.Mai Feiern in Luxemburg.

Eine kleine kunsthistorische Studie von Plakaten zum Anlass der traditionellen 1.Mai Feiern in Luxemburg.

Sowie der Osterhase und buntgefärbte Eier zu Ostern gehören, so gehören ebenfalls zum traditionellen Fest der Arbeit am 1.Mai bestimmte Rituale , Arbeiter und Freiheitslieder, Abzeichen, Spruchbänder, Maikränze, Schilder und nicht zuletzt Plakate die das eigentliche Thema dieses Artikels sind.

Angefangen hat das Ganze am 1.Mai 1886 mit einem Generalstreik von Arbeitern in Chicago, die für den Achtstundentag demonstrierten. Als es am Rande der Streikkundgebung Krawalle mit Toten und Verletzten gab, wurde dieser 1.Mai als Stichtag für die weltweit stattfindenden alljährlichen Feiern zum «Tag der Arbeit» erkoren.

Was hat sich nun im Laufe der fast 120 Jahren bei den Feierlichkeiten verändert und was nicht?

Meist begannen die Maifeiern mit Böllerschüssen der Bergarbeiter. Danach wurden Maikränze mit dem frisch spriessendem Laub gebunden. Anschliessend wurde der 1. Mai dann feierlich in einem Umzug mit Musikkapelle, Gewerkschaftsvertretern, Politikern und schlussendlich den Werkstätigen selbst abgeschlossen. Danach gab es dann öffentliche Kundgebungen mit den üblichen Reden von Gewerlschaftsführern wo dann die neuen sozialen Forderungen für das anstehende Jahr verkündet wurden.

Vieles von dem ist heutzutage (leider) verschwunden so z.B Die rote Fahne die immer am Anfang des Umzuges mitgetragen wurde oder die rote Nelke als deren Ersatz wärend der Nazizeit. Die Arbeiterlieder sind verstummt. Die Umzüge sind durch lokale Feste der Kulturen ersetzt worden . Alles ist friedlicher geworden. Die Forderungen sind weniger radikal, Berlin Kreuzberg und Hamburg Schanzenviertel ausgeschlossen.

Heute wird dieser freie Tag eher zu einem Ausflug ins Grüne genutzt. Die Teilnahme
an den von den Gewerkschaften organisierten Feierlichkeiten interessiert immer weniger Leute. Der Artikel der «Welt 24» des 1.04.2016, «Das proletarische Klassenfest verkam zur Grillparty» beschreibt diese Tendenz besonders gut.

Darüber muss man nicht besonders erfreut sein, haben doch unsere Väter und Grossväter für viele sozialen Errungenschaften gekämpft von denen wir heute noch profitieren. (wie z.B die 40 Stundenwoche).

Von den Traditionen ist leider vieles verschwunden oder wird nur noch lauwarm aufge- kocht.

Jedoch wurde bis zum heutigen Tage beibehalten, die grossen Werbeplakate am Rande der Strassen, die jedes Jahr die Bürger zum Mitmachen an den Feierlichkeiten zum 1. Mai aufrufen.

Analysiert man sie chronologisch (international sowie national), kann man verschiedene interessante Entwicklungen feststellen.

Erstens haben sich die Forderungen, Slogans auf den Plakaten nicht viel verändert .

Sie werden gebetsmühlenartig wiederholt und verlieren so ihre wahre Wirkungskraft. Man nimmt sie kaum mehr wahr oder man hat den Glauben an sie längst verloren.

Eine Analyse der Werbeplakate des DGB (Deutscher Gewerkschaftbund ) vom 1950 bis
heute lässt eine Redundanz der Forderungen erkennen :
Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Mitbestimmung, Solidarität, soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit. (letztere zum ersten Mal 1998) .

Aha! Da glaubte Martin Schultz wohl er hätte ein neues Thema entdeckt!

Zweitens gibt es auch in Punkto Stil interessante Entwicklungen zu erkennen.

Bis in die 50ger Jahren hinein waren die Plakate immer von der vorherrschenden Kunstrichtung beeinflusst. Zuerst vom Jugednstil, dann in den 20ger Jahren vom russischen Konstruktivismus. Danach wurden fast alle Plakate, bis zum Tode von Stalin, von dem sogenannten «Russsischen Realismus» geprägt.

Drittens stellt man radikale, ikonographische Veränderung in den Plakaten fest.

Ab den 60ger Jahren ist der Arbeiter, respektiv seine Arbeitsstätte (Fabrik) vollständig als Motiv verschwunden! Dominant ist ab jetzt das Motiv der Familie, die rote Nelke (70gern)
Kinder und Jugendliche (80gern), abstrakte Formen (90gern) oder nur noch Wörter (2000-2017)

Warum das so ist?

Nun einige Ursachen sind wohl klar. Die Deindustrialisierung unserer westlichen Länder,
die Vorrherrschaft der Dienstleistungsgesellschaft. Die Digitalisierung und sich weiter
entwickelnde Robotorisierung haben mit sich gebracht dass der Prozentsatz der Arbeiter in der Bevölkerung stetig abgenommen hat. In Deutschland betrug ihr Anteil nur noch 26,2
Prozent , 1970 lag er noch bei 47,3 Prozent.

Viertens kann man bei der Analyse feststellen dass eine Sache sich nicht so radikal verändert hat.Die Farbe Rot lebt noch immer, obschon in einem bescheideneren Masse.
Sie erinnert einen daran, dass sozialistische Gewerk-schaften massgeblich an der Entwicklung des Sozialstaates beteiligt waren und noch sind.

Und wie steht es mit den alten Arbeiterliedern? Müssen die nicht erneuert werden?
Ich glaub schon.

«Ich gehe nicht zur Demo, na,na,na,na
sondern ich fahr lieber zum Kurzurlaub
nach Mollorca ca ca ca ca…»

Quellen zu diesem Artikel:

100 Joer fräi Gewerkschaften 1916-2016 (OGBL)
OGBL Aktuell – November 2016
DGB Bundesvorstand: «Der 1.Mai: Plakate und Slogans seit 1950»
Die Welt.de : «Das proletarische Klassenfest verkam zur Grillparty»
Die Welt 24: «Tag der Arbeit: Es begann mit einem Massaker»
Lemo, Lebendiges Museum Online: «Der 1 Mai Tag der Arbeit»
BPD Gesellschaft für Medien Geschichte Politik: «Historische Plakate»
Bundeszentrale für politische Bildung: «Die soziale Situation in Deutschland »

Culture

04-04-2017 Par

F T Y

Die Jugend manifestiert, die Politik boykottiert !

So geschehen beim Vernissage der Ausstellung XPOE in den Rotondes, Luxemburg, wo sich der kreative Nachwuchs unseres Landes traf, um seine Präsenz und Bedeutung in unserer Gesellschaft zu verdeutlichen.

So geschehen beim Vernissage der Ausstellung XPOE in den Rotondes, Luxemburg,  wo sich der kreative Nachwuchs unseres Landes traf, um seine Präsenz und  Bedeutung in unserer Gesellschaft zu verdeutlichen.

Wer annimmt, dass die Jugend von heute nur noch konsumorientiert ist  und sich nur  noch mit den sogenannten « Likes » auf Facebook  äußern kann, der wurde beim Besuch dieser Ausstellung Gott sei Dank eines Besseren belehrt.

Dass sich hier gut 500 Jugendliche auf den Weg gemacht hatten um bei der  Vernissage  teilzunehmen  ist schon an sich außergewöhnlich.

Zu sehen bekam man Arbeiten von all den Schülern und Schülerinnen, die im Augenblick auf  einer Kunstsektion in einem luxemburgischen Gymnasium ihre Ausbildung machen.

Eine gut geplante und gut koordinierte Zusammenarbeit zwischen den Kunstlehrern(innen), unter der Leitung von André Michaux,  und den verantwortlichen Organisatoren ergab trotz der zahlreichen  Werke eine übersichtliche und gut strukturierte Ausstellung.

Die Schülerarbeiten wurden in  4 fächerbezogenen Thematiken zusammengefügt.

(a) Die Architektur  des Gymnasiums und seine  Identität , (b) die visuelle Identität der Kunstsektion, (c) von der Linie bis zum fertigen Produkt , (d) die Aktualisierung eines Kunstwerkes von einem bekannten luxemburgischen Künstler. Es sind dies interessante Thematiken die über das Übliche im Kunstunterricht hinausgehen.

Zwischen den mehr als 500  kleinformatigen Arbeiten (bedingt durch den leider etwas begrenzten  Ausstellungsraum) fallen einem besonders die großformatigen Arbeiten auf.

Dies sind  großflächige, farbige Plakate die für die « visuelle Identität der E-Sektion » werben sowie die ebenfalls großflächigen Fotografien, die auf eine dynamische Art und Weise  « Werke  bekannter luxemburgischer Künstler neu interpretieren », wie z.B die von Michel Majerus oder von Foni Tissen , ein ehemaliger Kunstlehrer im Escher Lycée de Garçons.

Die Bleistiftzeichnungen mit dem Thema « Schularchitektur und Identität » vermitteln den Eindruck, dass die Atmosphäre in den meisten Schulen doch eher von grauem Beton geprägt ist, und  dass man sich darin als Schüler(in) etwas befremdend vorkommen muss.

Die Arbeiten zum Thema « Von der Linie bis zum fertigen Produkt »geben  dem außenstehenden Beobachter die Gelegenheit zu sehen, dass hier dem Schüler(in) ein systematisches Vorgehen abverlangt wird. Zuerst die Idee, dann eine Reihe von Skizzen, dann die richtige Auswahl der Idee und  das konsequente Weiterarbeiten  bis hin  zum realen, dreidimensionalen Designgegenstand.

Die Vielfalt der Ideen, Techniken (von der einfachen Zeichnung bis hin zum bedruckten T-Shirt) überrascht den Zuschauer sehr. Sie zeigt auch, dass man Kunst erlernen muss, dass man sich Techniken erarbeiten muss und dass Kunstunterricht nicht nur aus basteln und malen besteht.

Man muss den verantwortlichen Kunstlehrern(innen) eine großen Lob aussprechen. Mit viel  Einsatz und Idealismus vermitteln sie  den Schülern das notwendige, technische und kunsthistorische Wissen, um so zu den hier gezeigten  ansprechenden Resultaten zu kommen.

Neben den reinen künstlerischen Inhalten, geht es aber auch hier um soziale Inhalte. So z.B. das sich Gedanken machen wie man das Zusammenleben der «school community »  verbessern kann. (Neue Sitzgelegenheiten im Schulhof, Mülltrennung usw.).

Es geht für die betroffenen Schüler und Schülerinnen auch um unvergessliche  Schulerfahrungen. Denn jeder von uns weiß, dass solche Erfahrungen (wie z.B. auch kulturelle Schulreisen) nach Abschluss der Schule immer in  Erinnerung bleiben werden.

Einige spontane Umfragen bei den jugendlichen Besuchern verdeutlichen, dass diese Erfahrung sehr positiv aufgenommen wurde und der Wunsch nach « Mehr » zum Ausdruck gebracht wurde.

So wurde die Zusammenarbeit mit außerschulischen Akteuren, wie dem Szenographen Raoul Gross, mit professionellen Fotografen oder die Begegnung mit dem Künstler Roland Schauls als sehr positiv auf -genommen.

Dem Wunsch auf eine neue Ausgabe von EXPOE wird Rechnung getragen. Der zuständige Organisator Marc Scozzai kündigte an dieser Stelle an, dasselbe in Form einer sogenannten « Trienale » fortzuführen.

Aber die Schüler verlangen mehr. Deshalb wäre es Zeit darüber nachzudenken, ob ihnen nicht ein permanenter Ausstellungsraum in Luxemburg Stadt zur Verfügung gestellt werden könnte, abwecklungsweise immer unter der Regie eines anderen Gymnasiums.

Doch die zuständigen Politiker und Gemeinderäte der Stadt sind anscheinend daran nicht oder noch nicht interessiert. Nur der Druck der Strasse (siehe den Fall « Jumbokaart ») könnte in  diesem Falle etwas in Bewegung setzen.

Dass sich bei der Vernissage auch hier kein Politiker blicken gelassen hat, obwohl immer von « Kreativität und die Jugend ist die Zukunft unseres Landes » geredet wird, ist kennzeichnend für ihre Mentalität.

Kunst und Kreativität ist für sie noch immer leider   eine eher nebensächliche Freizeitbeschäftigung.

 

Culture

21-03-2017 Par

F T Y

Das Essen ist lecker, die Kunst ist fad!

Wenn sich Kunst selber auf den Arm nimmt, darf man sich dann als Kritiker erlauben ironische Kommentare über die Kunst zu machen? (Eine nicht so ernst gemeinte Kunstkritik in der « post-närrischen » Jahreszeit.)

Wenn sich Kunst selber auf den Arm nimmt, darf man sich dann als Kritiker erlauben ironische Kommentare über die Kunst zu machen?

(Eine nicht so ernst gemeinte Kunstkritik in der « post-närrischen » Jahreszeit.)

Jedem treuen Besucher des Casinos, in Luxemburg Stadt, wird wohl auch die Tendenz aufgefallen sein, dass die eigentliche Austellungfläche für zeitgenössische Kunst in regelmässigen  Zeitabständen reduziert wurde, zugunsten einer grösseren Fläche für sogenannte « restaurative » Zwecke : Bar und  Restaurant.

 Frage :Ist es einfacher das Essen zu verdauen anstatt die Kunst?

Die Antwort lautet eindeutig : JA!

Den Beweis  dafür liefert z.B eine kürzlich bei Schülerinnen  einer 1re E (LGL) gemachten Umfrage. »Welche Kunstmuseen  der Stadt Luxemburg sind dir bekannt ? »

Nur eine Schülerin von 25 bennante dabei das oben genannte Casino.

Eine Nachfrage an die Lehrer(innen) warum das denn so sei, ergab  eine klare Antwort :

« wir gehen schon lange nicht mehr mit Schulklassen ins Casino, weil die dort gezeigte Kunst, Schüler und Schülerinnen weit überfordert und weil man oft selber als Lehrer seine Mühe hat die ausgestellten Werke intellektuel zu verdauen.

Eines steht  fest. Gehen mehr Leute ins Museumscafé  als ins Museum selbst,dann ist das Essen eben besser als die Kunst!

Im Informationsflyer  zur Austellung « La commedia dell’arte :Kunst als Maskerade » wird dem Besucher folgendes vorgeschlagen :«possibilité de dîner au ca(fé)sino suite à la visite ». Wäre es hier nicht realistischer gewesen zu schreiben : » Possibilité de dîner au caf(é)sino sans aucune visite! »

Frage :Kann man schwer verdauliche Kunst besser in einem komfortablen Sessel geniessen?

JA!

Der Besuch der Austellung » La Commedia dell’Arte :Kunst als Maskerade », die zufällig gut in eine postnärrische Jahreszeit passt, da in diesem volkstümlichen Theater alle Schau-spieler Masken tragen, verlangt eine  bessere Sitzgelegenheit. Und die hat man hier leider nicht. Man muss nähmlich ungefähr 60 Minuten auf einem unbequemen Hocker ausharren, um sich die vier Videoarbeiten von Alexander Glandien, Loïc Vanderstichelen , Jean-Paul Jacquet  und Clara Thomine anzuschauen.

Die Sitzgelegenheiten in der Bar sind viel bequemer  als jene in der sogenannten Blackbox. Nach einer Stunde  nicht gerade spannender Visionierung der 4 Videoarbeiten, spürt man doch Schmerzen im  unteren Rückenbereich. Ist das bewusst so gewollt, damit man sich nachher erleichtert in einem der komfortablen  Designersesseln der Bar des sogenannten « Aquariums » nierderlassen kann um ein Glas Champagner zu geniessen ?

Frage :Ist Kunst bewusst oft so komplex dass man sich als Zuschauer dumm vorkommt und sich nachher den Katalog kaufen muss um zu verstehen was der Künstler uns  im Grunde mitteilen wollte?

Auch hier  lautet die Antwort : JA!

Es gibt  zu dieser Austellung kein Buch aber ein kleines Faltblatt auf dem man nachlesen kann , dass die Videoarbeiten sich alle  auf ironische Art und Weise mit dem Thema « the making of » von Kunst befassen.

Dass Kunst oft  als Thema die Kunst selbst sein kann ist wohl nicht ganz neu. Die so-gennante Konzeptkunst der 70ger Jahren des letzten Jahrhunderts befasste sich bereits ausgiebig mit diesem Thema. Der Begriff « Tautologie » wurde in die Kunstwelt eingeführt. Nur wird das, im Falle dieser Austellung,  nicht so intellektuell präsentiert, sondern eher mit einem humorvollem Unterton.

In diesen Videos geht es z.B um Preisverleihungen, ein wichtiger Bestandteil der Kunstszene die sich immer  gerne selber feiert. (« Popcorn » von Clara Thomine).Es geht  um Kunst ohne echte Konfrontation (« La nature » von Clara Thomine) und um  die Vorbereitungen einer Austellung  (« Making of », Alexander Glandien), die der Künstler für seine eigene Austellung verfilmte.In « La Cascade »  von Loic Vanderstichelen wird sich über einen Kunstexperten  lustig gemacht , der beauftragt wurde die Inventur der Sammlerstücke eines Museums zu machen, das vergrössert werden soll. Bei allen Videos werden stereotype Diskurse und Kommentare über Kunst karikaturiert.

Welch ein Genuss um  einmal volkstümlicher über moderne, zeitgenössische Kunst  reden zu dürfen.

Zum Abschluss darauf ein dreifach donnerndes Hellau ! Hellau ! Hellau !

Culture

03-03-2017 Par

F T Y

Die E-Sektion ist ein junger Damenclub, die moderne Kunst ein alter Herrenclub!

Warum ist die E-Sektion in luxemburgischen Gymnasien nicht attraktiv genug für Schüler?

Warum ist die  E-Sektion in luxemburgischen Gymnasien nicht attraktiv genug für Schüler?

Seit der Gründung der E-Sektion vor gut 40 Jahren, scheint die Zahl der Schüler stetig zurück gegangen zu sein. Im Jahre 2017 kann man davon ausgehen, dass auf den meisten Kunstsektionen in unserem Lande  95% Schülerinnen und nur 5% Schüler eingeschrieben sind!

Diese Diskrepanz ist nicht gut für das Arbeitsklima in der Klasse selbst  und schränkt die Lehrer bei der Suche nach geeigneten Thematiken auch eher ein.

Wie ist das zu erklären ?

Nun nach eigenen Aussagen der betroffenen Schülerinnen selbst, wird  Schülern oft abgeraten sich für diese Sektion zu entscheiden.

Zu einem seitens der Eltern, weil viele von ihnen noch immer befürchten, dass man mit einem Diplom der E-Sektion später keinen guten Job finden würde.

Zum anderen aber auch seitens der Lehrerschaft selbst, was beweist dass das Fach Kunst noch immer seitens vieler « Kollegen und Kolleginnen » diskriminiert wird.

Die Schüler werden aber oft auch von ihren eigenen Mitschülern gehänselt, wenn sie ihr Interesse für diese Sektion offen zutage legen. Mit Argumenten « da wird ja nur ein wenig gepinselt », werden dann viele Schüler demotiviert, die an sich aber das nötige Talent besäßen um die Sektion erfolgreich ab- schließen zu können.

Das Argument, diese Sektion biete zu wenig  handwerkliches, technisches und digitales und schrecke daher manch einen Schüler ab, ist sicherlich richtig. Hier müssten sich die verantwortlichen Lehrer mehr Gedanken machen und eine Änderung der Programme vornehmen. Kunst ist ja längst auch schon im digitalen Zeitalter angekommen!

Im Interview wurde von den Schülerinnen noch ein weiteres Argument gebracht. Die Sektion sei nicht männlich genug. Es würde zu viel Wert auf den Ausdruck von Emotionen gelegt , auf Imagination und Intuition.

95% Mädchen und 5% Jungen auf Kunstsektionen  ist eine Tatsache, doch  in der realen Kunstwelt ist es ganz genau umgekehrt!  Sie wird bestimmt von 95% Künstlern und 5% Künstlerinnen.

Der amerikanische Kunstkritiker Jerry Saltz wunderte sich schon 2007 dass im MOMA (NY) nur 5-8 % Frauen ausstellen durften. 2010 gab es bei der Schau « Abstract Expressionism  at the Museum of Modern Art » von 105 ausgestellten Werken nur 5 die von Frauen realisiert wurden. Die Bilderkollektion des Metropolitain Museum (NY) besteht zu 95 % aus Bildern von Künstlern und nur zu 5% aus Bildern von Künstlerinnen !

Retrospektiven von Künstlerinnen sind daher auch eher selten. 2016 zeigte  das MOMA (NY) nur eine Retrospektive von einer Künstlerin. International bekannte Galerien stellen im Durchschnitt nur 10% Frauen aus. Und auch in den bekannten Kunstmagazinen sind  Künstlerinnen immer noch stark unter- repräsentiert. Arbeiten von Künstlerinnen werden preislich auch noch immer unterbewertet. Bis heute hat noch kein Werk einer Künstlerin die Millionengrenze überschritten.

Warum ist das so ?

Die klassische Antwort lautet :  Bildende Kunst  war während Jahrtausenden immer eine reine Männerdomäne gewesen. Sie war immer männlich da sie meist mit der Idee von Macht verbunden war. Und Macht ist eine typisch männliche Eigenschaft. Künstler streben danach genauso machtvoll zu werden wie ihre Auftraggeber selbst : Fürsten, Könige oder Päpste.

Frauen kamen erst später in den Kunstbetrieb. In Deutschland war das erst seit dem Beginn der Weimarer Republik der Fall. Bis dahin war es den Frauen untersagt ein Studium auf der Akademie der Künste anzufangen.(dieses Verbot wurde dann später von den Nazis wieder eingeführt !)

Kunst war früher eher ein handwerklicher Beruf, oft physisch sehr anstrengend, denkt man nur an die schwere bildhauerische Arbeit eines Michelangelos zurück.

Gibt es heutzutage dazu noch andere Ursachen?

Meist können Künstler sich meist auf längere, ununterbrochene Berufskarrieren berufen. Künstlerinnen dagegen müssen ihre Karriere oft wegen familiären Angelegenheiten (Schwangerschaft usw..) unter- brechen.

Sind Künstler sind  im hart umkämpften internationalen Kunstmarkt meist besser gerüstet, da hier oft mit harten Bandagen gekämpft werden muss? Können  sich besser verkaufen und  sie sind hartnäckiger ?

Sicher ist, sie wollen eher berühmt werden als Frauen.

Künstlerfrauen finden meist nur Anerkennung wenn sie  als Ausnahmeerscheinung angesehen werden können.

Sponsoren bevorteilen Künstler weil  sie oft das Männlich, Kreative und Erfolgreiche symbolisieren.

So liebe Kunstlehrer und Kunstlehrerinnen. Ein guter Ratschlag. Kunststudium und Kunstbetrieb braucht mehr Gleichberechtigung. Daher macht eure Sektion attraktiver für männliche Bewerber und setzt euch für Gleichberichtigung im Mudam, Casino, und anderen kulturellen Institutionen ein. Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Vielen Dank.  (MAPK)



(Quellen: Emma: Artikel über die Gorilla Girls, 2016/ Interview mit SchülerInnnen der E-Sektion, LGL, 2017)

Culture

10-02-2017 Par

F T Y

«Jungle de Calais» versus «Dschungel Camp» von RTL

Bis zum 26. Februar zeigt die Abtei Neumünster (Luxemburg), im Kreuzgang sowie in der Kapelle des ersten Stockwerkes, die aktuellen fotografischen Werke von Darrin Zammit Lupi («Isle Landers») und Chiara Debize («La Jungle de Calais»). Beide Austellungen laufen unter dem Titel «Focus migrants» und beide beschäftigen sich mit der Tragödie von gestrandeten Flüchtlingen in Südeuropa und in Frankreich.

Fotografien von Chiara Debize in der Abtei Neumünster(Luxemburg)


Bis zum 26. Februar zeigt die Abtei Neumünster (Luxemburg), im Kreuzgang sowie in der Kapelle des ersten Stockwerkes, die aktuellen fotografischen Werke von Darrin Zammit Lupi («Isle Landers») und Chiara Debize («La Jungle de Calais»). Beide Austellungen laufen unter dem Titel «Focus migrants» und beide beschäftigen sich mit der Tragödie von gestrandeten Flüchtlingen in Südeuropa und in Frankreich.


Diese Thematik wurde bereits von vielen Fotographen aufgegriffen, doch die französiche Fotografin geht etwas andere Wege, dokumentiert sie doch hauptsächlich die prekären architektonischen Bauten, die die Menschen die dort leben mussten errichtet hatten, um ihrem dort zeitbegrenzten Dasein ein wenig menschliche Würde zu verleihen.


Sie dokumentiert die Errichtung von kultischen Einrichtungen, einer christlichen Kirche die als Begegnungsstätte für alle Religionen gedacht wurde, und offen für die Gebete von Flüchtlingen moslemischen Glaubens war.
Sie zeigt auch die Errichtung von kulturellen Einrichtungen, den sogenanten «Dôme», eine Iglohafte
Konstruktion gedacht für das künstlerische Gestalten sowie Einrichtungen die dem alltäglichen Leben dienen sollten, nämlich Restaurants, Bars (LOVE), 3 Sterne Hotels und Friseurläden.


Die DINA2 grossen Farbbilder wurden alle mit einer Spiegelreflexkamera aufgenommen ,analog
oder digital weiss man leider nicht. Die Anzahl der ausgestellten Werke sind leider auf ein Minimum reduziert worden. Die Fotografin hat die Bewohner des Dschungelcamps selbst nicht porträtiert. Das hat als Konsequenz
dass die Orte wie ausgestorben wirken und einem so unheimlich vorkommen. Man wird als Zuschauer selber in die Situation der Einwohner des Camps versetzt.


Die Fotografien möchte auf eine nüchternde Art und Weise die Rahmenbedingungen eines Lebens als
Flüchtling dokumentieren. Die Bilder sollen nichts veschönern, sie werden nicht durch einen beein-druckenden Sonnenuntergang am Meer ästhetisiert. Es sind bewusst keine Kunstfotos und auch keine voyeuristische Elendsfotografien oder dramatische Reportagefotografien.


Es geht Chiara Debize eher darum Zeichen von Menschlichkeit zu dokumentieren, die sich ausdrücken durch religiöse Toleranz sowie künstlerisches, gemeinsames Schaffen. Sie beweist uns dass es jedem Menschen gelingen kann seine Würde zu erhalten, sei er auch in einer noch so prekären und katas- trophalen Lebenssituation. (die Überlebenden der KZ’s in Deutschland hatten das ja auch schon vor 70 Jahren in noch viel schlimmeren Situationen beweisen können)


Die Bilder zeigen uns ebenfalls die Kraft und den Willen derer Menschen die zusammenhalten trotz ethnischer, religiöser und territorialer Verschiedenheiten. Man könnte zum Schluss die Rezension dieser Austellung aber zum Anlass nehmen um einige Dinge zu relativieren. Den Dschungelcamp von RTL zum Beispiel. So könnte sich die Frage tellen wie zynisch diese Sendung denn nun wirklich ist im Vergleich zu realen Flüchtlingscamps und wer von diesen möchtegern Stars mehr als nur eine Woche im Dschungel von Calais aushalten würde. Mir der Vermarktung des eigenen Egos und der eigenen Arroganz käme da keiner sehr weit.


Culture

27-01-2017 Par

F T Y

Vom «Cuba Libre» zum Kuba von Fidel Castro. Eine Nostalgiewelle erfasst Luxemburg!

Wenn sich anlässlich einer Vernissage mehr als 250 junge Menschen in einer Galerie treffen, um sich Fotografien von und rundum Fidel Castro anzusehen, dann ist das auch eine wahre Revolution.

Wenn sich anlässlich einer Vernissage mehr als 250 junge Menschen in einer Galerie treffen, um sich Fotografien von und rundum Fidel Castro anzusehen, dann ist das auch eine wahre Revolution.

Dieses war in der Galerie Clairefontaine (21, rue du St Esprit,Luxemburg) der Fall. Vom 19.01.17 bis zum 25.02.17 findet hier eine Doppelausstellung von Fotografien, zum Anlass des Todes von Fidel Castro «The Cuban Revolution» und «Cuba» von Yvon Lambert, statt.

Im Erdgeschoss der Galerie werden dem Zuschauer Originalfotos aus der Zeit der 1959 stattgefundenen kubanischen Revolution präsentiert, fast wie aus dem Familienalbum des Revolutionsführers, meist
kleinformatig und teilweise auch handkoloriert.

Im ersten Stockwerk werden grossformatigere, schwarz-weiss Fotografien von Yvon Lambert ausgestellt, welcher Kuba mehrmals zwischen den Jahren 1996 und 2000 besuchte und hier ein einprägsames Bild kubanischen Alltagslebens jener Epoche eindrucksvoll aufzeigt.

Die Zahl der ausgestellten Werke ist überschaubar, so dass man sich jedes einzelne Bild in Ruhe anschauen kann, um sich so ein objektiveres Bild dieser Epoche zu machen.

Bei «The Cuban Revolution» kann man von dokumentarischen Aufnahmen reden. Es sind wirkliche Raritäten und daher so faszinierend.
Es sind Momentaufnahmen einer ereignisreichen Epoche, nicht gestellt und nicht verschönernd. Sie geben uns Einblicke in das öffentliche und, was noch interessanter ist, in das Privatleben des kubanischen Revolutionsführers (z.B beim Abendbrot mit Colaflasche). Sie beweisen uns, dass Castro immer der selbe geblieben ist, vom Aussehen her, in seiner geliebten Uniform, vom Charisma her ein engagierter, politisch überzeugter aber schlussendlich immer ein bescheidener Mensch, immer nahe bei seinem Volk.

Einige Fotos erinnern einen bewusst oder unbewusst, an Fotografien bekannter Filmstars aus Hollywood. Castro wäre bestimmt ein guter Schauspieler geworden, imposant durch seine Statur, wortgewaltig in seiner Aussprache und mit einer ungewöhnlichen Bandbreite von verschiedenartigen Gesichtsausdrücken.

Die handkolorierten Fotos sind auch hervorzuheben. Hier wurde aus einer Not eine Tugend gemacht,
die Fotografen besassen in der damaligen Zeit, bedingt durch die Handelsbarrieren seitens der USA, noch keine Farbfilme. Man könnte sie mit Porträts von Andy Warhol vergleichen, der Castro meines Wissens nie porträtierte. Hier jedoch wird Fidel zur wahren Popartlegende erkoren.

Die Fotografien machen sowohl den Anführer zum Mythos, wie aber auch die Umstände in denen sie entstanden sind. Nicht alle Abzüge sind genau datierbar, die Urheber sind nicht mehr feststellbar und viele der abgelichteten Männer und Frauen neben Castro sind auch namentlich nicht einzuordnen.

Möchte man etwas über die angegebenen Fotografen erfahren so hat man leider wenig Erfolg. Mit Ausnahme von René Burri, ein Schweizer Starfotograf (1933-2014) und dem Studio Korda (Pseudonym von Alberto Diaz Gutiérrez,1928-2001) findet man keine Informationen. Letzterer war von 1959 -1968 Fotograf der kubanischen Revolutions-Elite, Fidel und Raoul Castro, Che Guevara und Camilo Cienfuegos.

«The Cuban Revolution» ist eine private Sammlung der Inhaberin der Galerie, die sie über Jahre hinweg angelegt hat. Diese Kollektion hatte in vorher organisierten Austellungen in New-York und in Basel, zu grösseren, polemischen Auseindersetzungen geführt. Doch die Zeiten haben sich verändert, denn diese Ablehnungen wurden beim Vernissage dieser Austellung in Frage gestellt. Laut Aussage der Galerie-Inhaberin,war die Ausstellung dieses Mal ein grosser Publikumserfolg. Welch eine Überraschung! Viva Lussemburgo!

Als Kontrast zu diesen historischen Aufnahmen, zeigt, der gebürtige und wohl aktuell bekannteste luxemburger Fotograf, Ivon Lambert (Jahrgang 1955) im oberen Geschoss der Galerie eine Serie von
grossformatigen Bildern, alle in schwarz- weiss, die uns einen interessanten EInblick in die Alltagskultur der Kubaner Ende des 20 Jahrhundert geben.

Der Fotograf versucht Dokumentarisches und Ästhetisches miteinander zu verbinden.Es ist kein Fotojournalismus, keine Sensationsfotografie , die versucht auf voyeuristische Art und Weise Armut und Elend von Menschen abzulichten. Nein es sind Bilder eines einfühlsamen Fotografen, der die Menschen nicht herabwürdigt sondern sie als stolze, ehrliche Mitbürger darstellt.

Die Kamera ist immer sehr nahe am Menschen und am Geschehen dran. Sie nimmt Augenblicke auf, wie aus einem fahrenden Auto heraus aufgenommen. Viele Bilder sind teilweise unscharf, schief kadriert und zeigen angeschnittene Personen an den Bildrändern.
Sonne, Licht und Schatten prägen die Atmosphäre der meisten Aufnahmen. Sind sie es doch diese Elemente die Psyche und die Mentalität der dort ansässigen Menschen formen.

Die Bilder zeigen auch, die Omnipräsenz des Revolutionsführers und seiner ehemaligen Mitstreiter, und bilden so den thematischen Zusammenhang mit den Fotografien im Erdgeschoss.

Seine Beliebtheit tritt hier ganz ehrlich zutage, von den Schulkindern angefangen bis hin zu den erwachsenen und älteren Menschen.

Der Kampf von David gegen Goliath (USA) scheint Anklang bei vielen Menschen zu finden.

Doch welcher lebender Politiker kann heutzutage noch soviele Generationen weltweit begeistern?

Fazit : absolut sehenswerte Austellung.

Culture

13-01-2017 Par

F T Y

Wenn Sammler ihre Schatzkammern öffnen dann…?

Ein paar Gedanken über Raubkunst im Zusammenhang mit der Ausstellung «Buddha» in der Völklinger Hütte.

Ein paar Gedanken über Raubkunst im Zusammenhang mit der  Ausstellung «Buddha» in der Völklinger Hütte.

Noch bis zum 19. Februar kann man im «Europäischen Zentrum für Kunst und Industriekultur» Völklingen, 220 Meisterwerke buddhistischer Kunst bestaunen.

Dazu gäbe es Anlass einige belobende und einige kritische Bemerkungen zu machen.

Neben der Rarität und Qualität der Austellungsstücke,  gilt es auch die gute pädagogische Aufarbeitung und Aufmachung der Austellung zu erwähnen.

So gibt es für den Laien neben jedem Kunstwerk ein Paneel mit  verständlichen Informationen über Stil, Herkunft und Technik , jene Erläuterungen die so oft bei Austellungen mit aktueller Kunst fehlen und so Unverständniss und Kopfschütteln hervorrufen.

Doch es besteht die Gefahr, dass einem rückblickend beim Besuch der Austellung eher die imposante industrielle Architektur im Gedächtnis bleibt als die kleinen, präziösen und vergoldeten buddhistischen Skultpuren. Oder es könnte durchaus vorkommen, dass die Gedanken mehr an die Arbeiter gingen, die früher hier gearbeit haben, anstatt an die begrüssenswerte, friedfertige buddhistische Kunst und Religion.

Konzentriert man sich jedoch  mehr auf die Austellungsstücke  als auf den Austellungsraum,  dann wird einem bewusst, dass buddhistische Kunst der westeuropäischen Kunst, zu dem Zeitpunkt,  technisch hoch überlegen war.

Eine Tatsache die  immer noch verschwiegen wird, denn aussereuropäische Kulturen stehen  immer noch nicht auf dem Programm Kunsterziehung hierzulande .

Im Zeitalter der Mondialisierung fast undenkbar!

Die  Arroganz jahrthundertlang andauernder Überlegenheit westlicher Kunst  lässt sich eben nicht so schnell aus dem Gedächtnis verbannen. (die Bezeichnung «primitive Kunst» sagt hierzu alles)

Doch kommen wir zurück auf die eigentliche Problematik dieser Austellung.

Der Untertitel «Sammler öffnen ihre Schatzkammern» wirft nämlich die Frage auf warum diese Sammler, mit wenigen Ausnahmen, nicht im dazu veröffentlichen Katalog namentlich genannt werden?

Gibt es vielleicht einige Austellungsstücke bei denen es sich um Schmuggel oder Raubkunst handeln könnte. Denn oft geht die Zugehörigkeit der verebten Sammlerstücke auf 3-4 Generationen zurück .

Die entsprechenden Dokumente über deren rechtmässigen Kauf gibt es da wohl nicht mehr?

Offiziell gibt es hierzu  dazu keine Stellungnahme seitens der Organisatoren.

Zweifel sind aber auch deswegen angebracht,  da die meisten dieser Objekte aus ehemaligen europäischen Kolonien, wie z.B. Indien, Laos oder Vietnam stammen.

Kunstraub ist kein Kavaliersdelikt , war und  muss noch immer geächtet werden (Napoleon sah es vielleicht ein wenig anders!) Ausserdem muss die berechtigte Frage nach der Rückgabe an die wahren Besitzer geklärt werden.

Doch Kunstraub ist heutzutage aktueller denn je!

«Zeit Online»(06.01/17) berichtet in einem Artikel von Günther Wessel «Die Beute des Abu Sajjaf», dass der IS seinen Terror auch mit Antikenschmuggel finanziert. Man fand beim IS-Führer Dokumente von 700 zum Kauf angebotenen antiken Objekten die teilweise aus dem Museum von Mossul stammen. Auch dort wo der IS nicht selber ausgräbt, vergibt er Lizenzen an Ausgräber die dann wiederum mindestens 20% als Steuer zurückzahlen müssen.

Schlimm ist allerdings auch die Tatsache, dass die meisten geraubten Antiken in europäischen Freihäfen  jahrelang  gelagert werden, um so ihre Verkaufsspuren zu verwischen.

Wieviel solcher gestohlener Schätze wohl im Freihafen auf dem Findel lagern?

Laut einem anderen Artikel  in der «Zeit Online»(06.01/17) von Tobias Timm und Fritz Zimmermann, gibt es inDeutschland seit 2007 ein Gesetz zur Kulturgüterrückgabe, das aber noch zu keinen nennenswerten Rückgaben geführt hat.

Wie steht die Regierung in Luxemburg dazu?

Budha 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Culture

22-12-2016 Par

F T Y

Geschmacklose Kunst für den betuchten Bürger?

Ein Bericht über die erste «Art Fair» in Luxemburg. Vom 6-11 Dezember 2016 fand die erste, diesjährige «Luxembourg Art Fair» statt. 80 internationale Galerien stellten in 2 Ausstellungshallen (Kirchberg) ihre Kunstwerke aus.

Ein Bericht über die erste «Art Fair» in Luxemburg.

Vom 6-11 Dezember 2016 fand die erste, diesjährige «Luxembourg Art Fair» statt.

80 internationale Galerien stellten  in 2 Ausstellungshallen (Kirchberg) ihre Kunstwerke aus.

Gut organisiert, übersichtlich eingeteilt und zuvorkommende Galeriebesitzer erwartetendie Zuschauer, die eher zahlreich erschienen waren.

Bei so vielen unterschiedlichen Kunstarten und Stilen, musste man sich schon etwas mehr

Zeit nehmen um einen objektiven Überblick zu bekommen. Viel Figuratives und erstaunlich viel Skulpturales. Weniger Abstraktes, wenig Fotografie, digitale Kunst und Installationen.

Derjenige, der gerne die neuesten Kunstrichtungen oder neue junge Talente entdecken wollte, der wurde eher enttäuscht. Denn dies ist nicht prioritär das Ziel einer solchen Veranstaltung.

Hier geht es nämlich hauptsächlich um das Umwerben von Käufern, meist Investoren und um das  finanzielle Überleben von Galerien. Machen doch statistisch gesehen die meisten Galerien Defizit.

Der Standort Luxemburg bat so eine gute Gelegenheit die finanzielle Not der Galeristen  etwas zu lindern.

Der Veranstalter spricht im Vorwort seines Kataloges von Luxemburg «as a big capital» Meint er vielleicht damit Luxemburg als  großes finanzielles Kapital?

Viele der über 80 Teilnehmer sind der Meinung, dass es sich lohnt in Luxemburg auszustellen. Einer der Aussteller behauptete, dass nach der Schweiz und Katar,

In Luxemburg am meisten in Kunst investiert würde.

So ist die «Art Fair» nicht als «affordable» sondern als eher als «expensiv» Kunstmesse anzusehen. Preise von über 60.000 Euros sind daher keine Seltenheit.

Richten sich jetzt alle nach Luxemburg, dem neuen Kunstmekka?

Mir kommen dabei aber Zweifel auf.

Wie schon gesagt  neue Tendenzen und Talente treten hier nicht in Erscheinung .

Der Gesamteindruck  der Messe prägt den Gedanken, dass hier Kunst ausgewählt wurde für Leute die  viel Geld haben und auf der Suche nach  dekorativer Kunst sind. Stilistisch und farblich passend zu ihrem häuslichen Einrichtungsstil.

Deshalb dominierte eher das  Figurative, handwerklich gut gemachte, das schön eingerahmte und das auf den ersten Blick ansprechend Gefällige, bis hin zum tendenziösem Kitschigem.

Aber eine solche Auswahlpolitik kann schnell zum Flop werden!

Ob das Publikum so etwas schätzt? Wohl eher nicht, ich hoffe es wenigstens !

Verkauft wurde nach meinen Recherchen nicht so  viel.

Gott sei Dank gab es einige Lichtblicke. Etliche Galeristen waren nicht so richtig mit diesem Konzept der profitorientierten  Kunstvermarktung  einverstanden.

Diese schienen eher interessiert an wahren, richtigen Kunstsammlern und Kunstliebhabern, nicht an denjenigen die nur in Kunst Inverstieren wollen, also Kunst als bloßes Spekulationsobjekt ansehen.

Sie wollten auch eher junge Künstler fördern, sowie Qualitätskunst  und Kunst mit sozialkritischen Inhalten. Dieses sollte eigentlich die Rolle eines guten Galeristen sein.

Als Beispiel hierfür wären die Galerien «My Name’s Lolita Art» Madrid (Spanien) zu nennen, die den jungen  spanischen Künstler Paco POMET vertritt, sowie die «Birch Galerie» aus Lodz (Polen) mit dem Künstler-Galerist Leszek Bartkiewicza.

Oder die weniger kommerzielle Galerie» Raum für Zeitgenössische Kunst aus Nürnberg (Deutschland) die In einem alternativen, linksorientierten Viertel in Nürnberg liegt und jungen Künstlern(innen) die Möglichkeit bietet gratis während  6 Wochen auszustellen.

Ein positives Beispiel wäre auch die Galerie «Clifton Boudler» aus Amsterdam (Niederlande) die sich auf die junge «emerging»  afrikanische Kunst spezialisiert hat.

Sie zeigt überdimensionale Porträts junger Afrikanerinnen der jungen, südafrikanischen Künstlerin  Booshra. Es ist gut, dass afrikanische Kunst endlich auch  in der westlichen Kulturhemisphäre enttabuisiert wird.

Die Luxemburger Kunstszene blieb dieser Messe wohl fern. Gott sei Dank könnte man sagen. Denn auch das Interesse an Luxemburger Kunst hielt sich bei den meisten interviewten Galeristen in Grenzen.

Nur die Vertreterin der «Eye Contemporary Art Gallery» aus Hong-Kong  hatte sich vorher über Luxemburger Künstler via Internet informiert und konnte so  Künstler wie Michel Majerus oder den Fotografen Edward Steichen zitieren. (Asiaten(innen) sind eben fleißiger!)

Mit einigen nennenswerten Ausnahmen Weiß ich nicht ob der Wunsch des Veranstalters

«it’s all about falling in love with art» in Erfüllung gegangen ist?

Man wird es ja spätestens in einem Jahr wissen.

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