International Politik

20-09-2018 Von

Luxemburgs Zukunftsfähigkeit aufbauen

Unser Land steht, wie der Rest der Welt, an einem Scheideweg, und es erscheint uns angebracht, endlich eine Bilanz des jahrzehntelangen dogmatischen Liberalismus zu ziehen, der kurzfristig unsere Wirtschaft und genereller unseren Lebensstil gefährdet.

Luxemburgs Zukunftsfähigkeit aufbauen

Unser Land steht, wie der Rest der Welt, an einem Scheideweg, und es erscheint uns angebracht, endlich eine Bilanz des jahrzehntelangen dogmatischen Liberalismus zu ziehen, der kurzfristig unsere Wirtschaft und genereller unseren Lebensstil gefährdet.

Der Rome Club, die Meadows-Berichte, der Aufruf der 1500 Wissenschaftler, erinnern uns alle an unsere Pflicht als Gesellschaft, die physikalischen Grenzen unserer Umwelt zu berücksichtigen. Es liegt an uns, unsere Widerstandsfähigkeit zu pflegen, d.h. unsere Fähigkeit, externen Schocks (Klimawandel, steigende Energiepreise, Bodenverarmung, Wirtschafts- und Migrationskrisen) zu widerstehen und uns ihnen anzupassen.

Wir begrüßen die Tatsache, dass unser Land bis 2020 zu denen gehören wird, die ihre Kyoto-Verpflichtungen erfüllen, aber das reicht nicht aus. Luxemburg wird gezeigt haben, dass es in der Lage ist, seine Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Es ist jetzt an der Zeit, uns auf die Welt von morgen vorzubereiten. Erneuerbare Energien, ökologischer Landbau, Ökomobilität und umweltverträglicher Tourismus sind Quellen für qualifizierte Arbeitsplätze und Wertschöpfung, bei denen wir Vorreiter sein müssen.

Dazu müssen wir radikal mit den alten Denkweisen brechen. Kurzfristigkeit darf nicht länger unser Horizont sein. Es ist an der Zeit, die Zukunft zu erfinden, unseren Zeitgenossen den Wunsch zu geben, sich in sie hinein zu projizieren und den Wind aus den populistischen Bewegungen zu nehmen, die sich um uns herum über unsere Immobilität freuen.

Als fortschrittliche Partei, in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren der Zivilgesellschaft, ist unser Ziel eine nachhaltige und ökologisch verantwortliche Gesellschaft, basierend auf nicht verhandelbarer sozialer Gerechtigkeit und einer Zukunftsvision ohne unangemessenen, unkonstruktiven Pessimismus.

Es ist unsere historische Verantwortung, in Synergie mit unseren europäischen Partnern unsere Anstrengungen zu bündeln, um unsere Gemeingüter (Wasser, Luft, Nahrung, Lebewesen) und unsere Demokratien zu schützen.

Um dies zu erreichen, müssen wir auf allen Ebenen (lokal, national, international) durch öffentliche Beihilfen und Steueranreize, aber auch durch eine erneuerte und verlagerte Agrar- und Industriepolitik unter Berücksichtigung unserer Ökosysteme handeln.

Heute müssen wir uns darauf vorbereiten und unseren Bedarf an Ausbildung und Erziehung von Jugendlichen und Erwachsenen für die Berufe, die der von uns geforderten wesentlichen ökologischen Verzweigung entsprechen, zu antizipieren. Auch heute müssen wir wieder ein effizientes Netz lokaler öffentlicher Dienste aufbauen. Heute müssen wir diese Fragen endlich in die Öffentlichkeit und in die politische Debatte bringen, damit Untätigkeit und Fatalismus endlich überwunden werden.

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