Kultur

13-Jan-2017 Von

Wenn Sammler ihre Schatzkammern öffnen dann…?

Ein paar Gedanken über Raubkunst im Zusammenhang mit der Ausstellung «Buddha» in der Völklinger Hütte.

Wenn Sammler ihre Schatzkammern öffnen dann…?

Ein paar Gedanken über Raubkunst im Zusammenhang mit der  Ausstellung «Buddha» in der Völklinger Hütte.

Noch bis zum 19. Februar kann man im «Europäischen Zentrum für Kunst und Industriekultur» Völklingen, 220 Meisterwerke buddhistischer Kunst bestaunen.

Dazu gäbe es Anlass einige belobende und einige kritische Bemerkungen zu machen.

Neben der Rarität und Qualität der Austellungsstücke,  gilt es auch die gute pädagogische Aufarbeitung und Aufmachung der Austellung zu erwähnen.

So gibt es für den Laien neben jedem Kunstwerk ein Paneel mit  verständlichen Informationen über Stil, Herkunft und Technik , jene Erläuterungen die so oft bei Austellungen mit aktueller Kunst fehlen und so Unverständniss und Kopfschütteln hervorrufen.

Doch es besteht die Gefahr, dass einem rückblickend beim Besuch der Austellung eher die imposante industrielle Architektur im Gedächtnis bleibt als die kleinen, präziösen und vergoldeten buddhistischen Skultpuren. Oder es könnte durchaus vorkommen, dass die Gedanken mehr an die Arbeiter gingen, die früher hier gearbeit haben, anstatt an die begrüssenswerte, friedfertige buddhistische Kunst und Religion.

Konzentriert man sich jedoch  mehr auf die Austellungsstücke  als auf den Austellungsraum,  dann wird einem bewusst, dass buddhistische Kunst der westeuropäischen Kunst, zu dem Zeitpunkt,  technisch hoch überlegen war.

Eine Tatsache die  immer noch verschwiegen wird, denn aussereuropäische Kulturen stehen  immer noch nicht auf dem Programm Kunsterziehung hierzulande .

Im Zeitalter der Mondialisierung fast undenkbar!

Die  Arroganz jahrthundertlang andauernder Überlegenheit westlicher Kunst  lässt sich eben nicht so schnell aus dem Gedächtnis verbannen. (die Bezeichnung «primitive Kunst» sagt hierzu alles)

Doch kommen wir zurück auf die eigentliche Problematik dieser Austellung.

Der Untertitel «Sammler öffnen ihre Schatzkammern» wirft nämlich die Frage auf warum diese Sammler, mit wenigen Ausnahmen, nicht im dazu veröffentlichen Katalog namentlich genannt werden?

Gibt es vielleicht einige Austellungsstücke bei denen es sich um Schmuggel oder Raubkunst handeln könnte. Denn oft geht die Zugehörigkeit der verebten Sammlerstücke auf 3-4 Generationen zurück .

Die entsprechenden Dokumente über deren rechtmässigen Kauf gibt es da wohl nicht mehr?

Offiziell gibt es hierzu  dazu keine Stellungnahme seitens der Organisatoren.

Zweifel sind aber auch deswegen angebracht,  da die meisten dieser Objekte aus ehemaligen europäischen Kolonien, wie z.B. Indien, Laos oder Vietnam stammen.

Kunstraub ist kein Kavaliersdelikt , war und  muss noch immer geächtet werden (Napoleon sah es vielleicht ein wenig anders!) Ausserdem muss die berechtigte Frage nach der Rückgabe an die wahren Besitzer geklärt werden.

Doch Kunstraub ist heutzutage aktueller denn je!

«Zeit Online»(06.01/17) berichtet in einem Artikel von Günther Wessel «Die Beute des Abu Sajjaf», dass der IS seinen Terror auch mit Antikenschmuggel finanziert. Man fand beim IS-Führer Dokumente von 700 zum Kauf angebotenen antiken Objekten die teilweise aus dem Museum von Mossul stammen. Auch dort wo der IS nicht selber ausgräbt, vergibt er Lizenzen an Ausgräber die dann wiederum mindestens 20% als Steuer zurückzahlen müssen.

Schlimm ist allerdings auch die Tatsache, dass die meisten geraubten Antiken in europäischen Freihäfen  jahrelang  gelagert werden, um so ihre Verkaufsspuren zu verwischen.

Wieviel solcher gestohlener Schätze wohl im Freihafen auf dem Findel lagern?

Laut einem anderen Artikel  in der «Zeit Online»(06.01/17) von Tobias Timm und Fritz Zimmermann, gibt es inDeutschland seit 2007 ein Gesetz zur Kulturgüterrückgabe, das aber noch zu keinen nennenswerten Rückgaben geführt hat.

Wie steht die Regierung in Luxemburg dazu?

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Kultur

22-Dez-2016 Von

Geschmacklose Kunst für den betuchten Bürger?

Ein Bericht über die erste «Art Fair» in Luxemburg. Vom 6-11 Dezember 2016 fand die erste, diesjährige «Luxembourg Art Fair» statt. 80 internationale Galerien stellten in 2 Ausstellungshallen (Kirchberg) ihre Kunstwerke aus.

Geschmacklose Kunst für den betuchten Bürger?

Ein Bericht über die erste «Art Fair» in Luxemburg.

Vom 6-11 Dezember 2016 fand die erste, diesjährige «Luxembourg Art Fair» statt.

80 internationale Galerien stellten  in 2 Ausstellungshallen (Kirchberg) ihre Kunstwerke aus.

Gut organisiert, übersichtlich eingeteilt und zuvorkommende Galeriebesitzer erwartetendie Zuschauer, die eher zahlreich erschienen waren.

Bei so vielen unterschiedlichen Kunstarten und Stilen, musste man sich schon etwas mehr

Zeit nehmen um einen objektiven Überblick zu bekommen. Viel Figuratives und erstaunlich viel Skulpturales. Weniger Abstraktes, wenig Fotografie, digitale Kunst und Installationen.

Derjenige, der gerne die neuesten Kunstrichtungen oder neue junge Talente entdecken wollte, der wurde eher enttäuscht. Denn dies ist nicht prioritär das Ziel einer solchen Veranstaltung.

Hier geht es nämlich hauptsächlich um das Umwerben von Käufern, meist Investoren und um das  finanzielle Überleben von Galerien. Machen doch statistisch gesehen die meisten Galerien Defizit.

Der Standort Luxemburg bat so eine gute Gelegenheit die finanzielle Not der Galeristen  etwas zu lindern.

Der Veranstalter spricht im Vorwort seines Kataloges von Luxemburg «as a big capital» Meint er vielleicht damit Luxemburg als  großes finanzielles Kapital?

Viele der über 80 Teilnehmer sind der Meinung, dass es sich lohnt in Luxemburg auszustellen. Einer der Aussteller behauptete, dass nach der Schweiz und Katar,

In Luxemburg am meisten in Kunst investiert würde.

So ist die «Art Fair» nicht als «affordable» sondern als eher als «expensiv» Kunstmesse anzusehen. Preise von über 60.000 Euros sind daher keine Seltenheit.

Richten sich jetzt alle nach Luxemburg, dem neuen Kunstmekka?

Mir kommen dabei aber Zweifel auf.

Wie schon gesagt  neue Tendenzen und Talente treten hier nicht in Erscheinung .

Der Gesamteindruck  der Messe prägt den Gedanken, dass hier Kunst ausgewählt wurde für Leute die  viel Geld haben und auf der Suche nach  dekorativer Kunst sind. Stilistisch und farblich passend zu ihrem häuslichen Einrichtungsstil.

Deshalb dominierte eher das  Figurative, handwerklich gut gemachte, das schön eingerahmte und das auf den ersten Blick ansprechend Gefällige, bis hin zum tendenziösem Kitschigem.

Aber eine solche Auswahlpolitik kann schnell zum Flop werden!

Ob das Publikum so etwas schätzt? Wohl eher nicht, ich hoffe es wenigstens !

Verkauft wurde nach meinen Recherchen nicht so  viel.

Gott sei Dank gab es einige Lichtblicke. Etliche Galeristen waren nicht so richtig mit diesem Konzept der profitorientierten  Kunstvermarktung  einverstanden.

Diese schienen eher interessiert an wahren, richtigen Kunstsammlern und Kunstliebhabern, nicht an denjenigen die nur in Kunst Inverstieren wollen, also Kunst als bloßes Spekulationsobjekt ansehen.

Sie wollten auch eher junge Künstler fördern, sowie Qualitätskunst  und Kunst mit sozialkritischen Inhalten. Dieses sollte eigentlich die Rolle eines guten Galeristen sein.

Als Beispiel hierfür wären die Galerien «My Name’s Lolita Art» Madrid (Spanien) zu nennen, die den jungen  spanischen Künstler Paco POMET vertritt, sowie die «Birch Galerie» aus Lodz (Polen) mit dem Künstler-Galerist Leszek Bartkiewicza.

Oder die weniger kommerzielle Galerie» Raum für Zeitgenössische Kunst aus Nürnberg (Deutschland) die In einem alternativen, linksorientierten Viertel in Nürnberg liegt und jungen Künstlern(innen) die Möglichkeit bietet gratis während  6 Wochen auszustellen.

Ein positives Beispiel wäre auch die Galerie «Clifton Boudler» aus Amsterdam (Niederlande) die sich auf die junge «emerging»  afrikanische Kunst spezialisiert hat.

Sie zeigt überdimensionale Porträts junger Afrikanerinnen der jungen, südafrikanischen Künstlerin  Booshra. Es ist gut, dass afrikanische Kunst endlich auch  in der westlichen Kulturhemisphäre enttabuisiert wird.

Die Luxemburger Kunstszene blieb dieser Messe wohl fern. Gott sei Dank könnte man sagen. Denn auch das Interesse an Luxemburger Kunst hielt sich bei den meisten interviewten Galeristen in Grenzen.

Nur die Vertreterin der «Eye Contemporary Art Gallery» aus Hong-Kong  hatte sich vorher über Luxemburger Künstler via Internet informiert und konnte so  Künstler wie Michel Majerus oder den Fotografen Edward Steichen zitieren. (Asiaten(innen) sind eben fleißiger!)

Mit einigen nennenswerten Ausnahmen Weiß ich nicht ob der Wunsch des Veranstalters

«it’s all about falling in love with art» in Erfüllung gegangen ist?

Man wird es ja spätestens in einem Jahr wissen.

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Kultur

09-Dez-2016 Von

Ein roter Faden zieht sich vom Mudam bis hin nach Kuba und Fidel Castro.

Cristina Lucas Kritik am Kapitalismus : schön aber …. ?

Ein roter Faden zieht sich vom Mudam bis hin nach Kuba und Fidel Castro.

Cristina Lucas  Kritik am Kapitalismus : schön aber …. ?

Gibt es villeicht geheime Beziehungen zwischen dem noch « Ex-Direktor des Mudam » und dem Ex-Revolutionsführer Fidel Castro ?Spass beseite, bevor unsere einheimischen Presseorgane diese Falschmeldung zur Schlagzeile machen !

In der aktuellen Mudam Austellung « Trading Transcendence » von Cristina Lucas (Spanien), geht es hauptsächlich um die Macht, die das kapitalistische System auf uns und unsere Welt ausübt.

Genauso dachte auch Fidel Castro, der bereits 1963 erklärte : « Unsere Feinde sind Kapitalismus und Imperialismus, nicht abstrakte Malerei »

Diese scheinbar legitimierte und nicht hinterfragte Macht drückt sich in den Werken der Künstlerin aus, z.B. im Begriff des Mehrwertes durch spekulative Wertsteigerungen, durch die Verwandlung sämtlicher materiellen Elemente in Waren, oder durch das Konzept der Effizienz durch Rationaliserurng und Vereinheitlichung.

« MONOCHROMES », 2016, besteht aus einer Serie von 10 grossformatigen Arbeiten, die aus der Ferne gesehen wie einfarbige, abstrakte Bilder aussehen.

Allerdings bestehen die Bilder in Wirklichkeit aus  übereinandergedruckten Firmenlogos. Da sie sowohl auf die Hintergrundfläche sowie auch auf das schützende Glas davor gedruckt wurden, entstehen so interessante, visuelle Nebeneffekte.

Die Farben spielen eine wesentliche Rolle. Die Farben der Logos werden bewusst nach den Gesetzen des Marketing gewählt, um uns Verbraucher zu manipulieren. So suggerieren grüne Töne z.B. Natur und Gesundheit. Lucas geht es darum, die Farbe wieder als Farbe wahrzunehmen und nicht mit kommerziellen Konnotationen zu verbinden.

« ELEMENTAL ORDER », 2016, besteht aus einem imposanten LED-Bildschirm auf dem kontinuierlich die aktuellen Börsenpreise der mineralischen Grundelemente unserer Erde angezeigt werden. Aluminium, Zink, Kupfer usw. Hier wird uns bewusst gemacht, dass im Kapitalismus alles Materielle in Waren umgesetzt werden kann, getreu dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.

« CLOCKWISE », 2016, heisst die Installation in dem mit weissem Teppichboden belegten ovalen Raum . Mit Hilfe von 360 tickenden Wanduhren, die 4 Minuten versetzt sind und zusammen einen Tag ergeben, macht die Künstlerin uns bewusst, wie im Kapitalismus die Zeit tickt. Dauernd. In einer kapitalistischen Ökonomie muss alles « just in time sein » (so wie z.B. in der Automobilindustrie). Denn « time is money ». In einer mondialisierten Wirtschaft stehen die Laufbänder nie still. Weltweit wird 24 auf 24 Stunden weiter produziert.

« PHILOSOPHICAL CAPITALISM » ist eine Installation die  aus 10 veschiedenen Videoprojektionen besteht. In diesen Videos werden Akteure von Unternehmen interviewt, die sich am kapitalistischen Wirtschaftsystem orientieren. Die Fragen, die ihnen gestellt werden, betreffen aber nicht die Wirtschaft, sondern  Werte, so z.B. das Wort Wahrheit für einen Notar. Die meisten Protagonisten verstehen diese Begriffe allerdings nur unter ihrem wirtschaflichen Aspekt. So beweisst uns die Künstlerin, dass wir vergessen haben, solchen Begriffen  auf ihren philosophischen Grund zu gehen.

Im Video » TOUCH AND GO », 2010 , sind die Hauptakteure ehemalige,  entlassene Textilarbeiter der Firma « Europleasure International Ltd », die als Folge der Globalisierung schliessen musste. Dieses Video  drückt die Machtlosigkeit der Betroffenen aus, obwohl sie mit Steinen die noch letzten intakten Fensterscheiben zerschmettern, wird die Fabrik wohl  für immer geschlossen bleiben.

In « SURPLUS VALUE » , 2014, geht es um die Vermarktung des Buches « Das Kapital » von Karl Marx, dessen Original zu einem spekulativen Verkaufsobjekt geworden ist und so im krassen Gegensatz zum wahren Inhalt des Buches steht.

Man sieht also, dass Lucas  dem Commandante aus der Seele gesprochen hat.

Kritik am Kaptitalismus : schön aber…

Man kann nur hoffen, dass sich die Besucher der Austellung in Zukunft  mehr Gedanken über die Mechanismen von Macht, Kapitalismus und Globalisierung machen werden. Wunschdenken oder ? Denn Zweifel kommen auf.

Erstens ziehen die Ausstellung keine Menschenmassen an, und die wenigen, die den Weg ins Museum finden, kommen eher gut mit dem System zurecht.

Zweitens  muss man  feststellen, dass die Künstlerin selbst Teil eines kapitalistischen Kunstsystems ist.

Denn in diesem System geht es auch um Macht.Denn Milliardäre, Kuratoren und Museumsdirektoren bestimmen, was Kunst zu sein hat und was nicht!

Drittens geht es auch um viel Geld. Weil Banken keine Zinsen mehr gewähren, lässt sich mit Kunst vielleicht noch Geld verdienen. Die Auktionshäuser Christie’s und Sotheby’s melden neue Verkaufsrekorde. Kunst ist längst ein Investitionsobjekt geworden und unterliegt schon lange den Gesetzen des Angebotes und der Nachfrage. Warum tummeln sich so viele Menschen lieber in Kunstmessen als in Museen herum ?

Kann man doch nur etwas verändern, wenn man selber an die Macht kommt.

Was wäre, wenn Cristina Lucas den kubanischen Künstlern mitteilen würde, sie sollten nicht Teil des kapitalistischen Kunstmarktes werden, und sie müssten weiterhin auf altes Telefonbuchpapier malen ?

Man kann ihnen nur raten, sich nicht zu schnell an die uniformisierte, mondialisierte Kunst  anzupassen.

In der Tat, kubanische Kunst hat ihre Eigenart, beeinflusst durch  multikulturelle Verschmelzungen. afrikanische  oder hispanische Kulturen, China, Russland, oder nicht zuletzt die ehemalige DDR, sie alle haben ihre Spuren im künstlerischen Schaffen der Kubaner hinterlassen.

Und zu guter Letzt  bleibt die  Künstlerin uns noch eine Antwort schuldig. Was ist ihre Alternative?

Ein Kapitalismus der vielleicht humaner, gerechter und sozialer ist?

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Kultur

25-Nov-2016 Von

Moka, Moka sozialistischer Realismus!

Präsident Putin ein Freund avantgardistischer Kunst?

Moka, Moka sozialistischer Realismus!

Das könnte man glauben, besucht man eine Ausstellung des russischen Künstlerduos Dimitri Gaev-Orlov und Andrei Vereschagine. Eine Gelegenheit dazu gab es vor kurzem im russischen Kulturzentrum 32, rue Goethe in Luxemburg.

Gaev-Orlow und Vereschagine sind abstrakte Künstler, ihre Werke bestehen meist aus einfachen geometrischen Grundformen wie -Viereck, Dreieck, Kreis- oder aus abstrakten Zeichen und Symbolen.

Gold und Silber, die dominierenden Töne, wirken durch ihre intensive Strahlkraft wie das helle Blitzlicht eines Fotoapparates.

Es ist keine traditionelle Maltechnik, in der mit Pinsel auf Leinwand gemalt wird.

Beide Künstler arbeiten mit Acrylfarben , dick aufgetragen und durch  linienartige Strukturen durchfurcht . So entstehen reliefartige Oberflächen, die einen  an die Maltechnik eines Vincent Van Gogh oder australischer  Aboriginkünstler erinnern.

Die Werke sind entweder Einzelwerke oder Kombinationen aus zwei oder mehreren kleineren Formaten, die  je nach Anordnung, kreuzförmige Kombinationen bilden können.

Die beiden Künstler definieren ihre Kunst als “Systematische  Kunst”. Die Kunst von Systemen.

Nennen wir hier nur die Wichtigsten.

Die Werke symbolisieren  “kosmische Systeme” und Kräfte, da wo die Linienstrukturen an kosmische Magnetfelder erinnern. Kunst wird so zum vereinenden Moment, denn unsere Erde, die ganze Menschheit,  ist in  ein solches System eingebunden. Unsere Gedanken verlassen so die irdische Realität und  verirren sich  in den grenzenlosen Räumen der Kompositionen, die daher bewusst über den Bildrand der Leinwand hinausgehen.

Der Begriff des Kosmischen ist nicht neu . Wir begegnen ihm bereits bei Künstlern der ersten russischen Avantgarde . In Kasimir Malevitchs suprematistischen Kompositionen  schweben  die abstrakten Formen  in einer  Art schwerelosem, kosmischen Raum.

Es geht um “triadische Systeme”, um dreiteilige Strukturen (wie zum Beispiel  in der Litteratur “These- Antithese- Synthese ). In solchen Systemen wirkt das dritte Element immer versöhnend , bringt die Gegensätze zusammen oder führt zum  Kompromiss.

Die Künstler vermeiden bewusst  dualistische  Systeme, da diese  meist aggressiv und disharmonisch wirken.

Triadisch ist zum Beispiel der Gebrauch der 3 Grundfarben oder der 3 Grundformen, Kreis, Dreieck und Quadrat. Solche Systeme der Ordnung und des Ausgleiches, man könnte auch von der Idee einer universellen Harmonie reden, erwecken beim Zuschauer ein  Gefühl der Ruhe. Beim längeren Hinsehen wird man beinahe in eine Art meditativen Zustand versetzt.(wie vor den Opartbildern einer Bridget Riley)

Welch ein Glück, werden wir doch tagtäglich mit einer immer chaotischeren, globalisierten Welt konfrontiert!

Triadisch ist auch  der Wille Kunst, Wissenschaft und Technologie in Einklang zu bringen. Kunst durch das Malmaterial Acryl und Leinwand, Wissenschaft durch  exakt ausgerechnete Proportionen und Technologie durch den Gebrauch von metallischen Farben wie Gold und Silber.

Es geht schlussendlich  aber auch um “politische Systeme” die den Werken zugrunde liegen. Die Werke sublimieren die Idee einer nationalen, russischen Identität, einer neuen russischen Avantgarde Kultur, die versucht die Welt zu verbessern indem sie die Kunst erneuert. Ihnen schwebt als erstrebenswertes Ziel die Schaffung einer  Art “Weltunion” vor. Man geht also weit über die Idee einer bloßen Europäischen Union hinaus.(und ein neuer Posten für J.C Juncker wäre geboren!)

Das postmoderne Zeitalter ohne große Utopien scheint also vorüber zu sein!

Die Welt erneuern , Ordnung schaffen, alles besser und humaner machen.

So verlässt man dann auch die Ausstellung mit dem Gefühl dass, das  was Politik nicht erreicht,

wenigsten im Bereich der kleinen Kunstwelt zu erreichen ist . (MAPK)

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Kultur

14-Nov-2016 Von

Wenn modernistische Architektur zum Psychothriller wird.

Das erlebt man bei die Austellung « La nuit politique »von Aude Moreau im Casino Luxemburg. Ein Psychothriller ohne Psychopathen, nur mit moderner Architektur, Wolkenkratzern und « L.A by night » geht das überhaupt?

Wenn modernistische Architektur zum Psychothriller wird.

Das erlebt man bei die Austellung « La nuit politique »von Aude Moreau im Casino Luxemburg.

Ein Psychothriller ohne Psychopathen, nur mit moderner Architektur, Wolkenkratzern und « L.A by night » geht das überhaupt?

Hollywood hat noch nicht daran gedacht, aber Aude Moreau schon lange.

Im ersten Stockwerk des Casinos Luxemburg, belehrt uns die kanadische Künstlerin, mit  einer kleinen Auswahl von videografischen, fotografischen sowie akustischen Arbeiten, eines Besseren.

In « Sortir » (2010),  eine Videoarbeit auf grossformatigem Flachbildschirm, umkreist ein Helikopter die Börse von Montreal.   Beleuchtete Bürofenster schreiben das Wort « Sortir » in die dunkle Nacht der Grossstadt.Es fordert die Einwohner Montreals

auf während der sogenannten Nacht der Museen, ihr Haus zu verlassen, um von den diversen kulturellen Angeboten dieser Nacht zu profitieren.

« Inside » (2015), eine grossformatige Videoprojektion, zeigt das dreissigminutige Standbild einer nächtlich beleuchteten Fassade eines Bürogebäudes in Downtown L.A. Nur wenige sich bewegende, menschliche Silhouetten und einzelne, flimmernde Computerbildschirme erinnern uns daran, dass es sich hier um ein Video handelt und nicht um eine grossdimensionierte Fotografie.

« The End »(2015) zeigt, in einem sogenannten « plan séquence » mit  Rückwärtszoom, den nächtlichen Überflug von L.A und Hollywood . An einem der Wolkenkratzer von Downtown L.A kann man, durch das Spiel von beleuchteten Bürofenstern, das Wort « The End » erkennen.

In « Reconstruction »(2012) filmt die Künstlerien die imposante Wolkenkratzerkulisse von Lower Manhatten, NY.Eine perfekte gleichmässige Kameraaufnahme von einem Boot aus mitten im Hudson River.

Die Computeranimation « Less  is more » ist eine Art Hommage an den grossen, deutschen Architekten Mies van der Rohe.

Neben diesen Videoarbeiten zeigt uns die Künstlerin eine Reihe von digitalen Fotografien die sich alle mit dem gleichen Thema befassen. Moderne nordamerikanisch–kanadische Grossstädte.

Fazination ist der erste Eindruck. Faszination der spektakulären Bildaufnahmen, des riesigen, geografischen Ausmasses solcher Megacitys, der Gradlinigkeit der Avenuen, der imposanten Silhouetten der Wolkenkratzer. Fazination  des sublimen Lichtschauspiels welches gleich eines hell erleuchtenden Sternehimmel auf  uns einwirken. Man wird  ungewollt in eine Art  meditativen Zustand versetzt. Die Gefahr besteht dass wir so Opfer einer  Fiktion werden, der Fiktion reicher, amerikanischer Grossstädten, wo Geld regiert und den Menschen glücklicher machen soll.

Nichts desto trotz zwingt  Aude Moreau uns, auf subtile Art und Weise, einen neuen Blick auf solche Städte  zu werfen und uns in tiefere psychologische Ebenen zu begeben. Dieser Blick wird viel zweideutiger, nebelhafter und verschwommener.

Die  Nacht die wir hier erleben ist eine politisch, dekadente Nacht, ein Alptraum.

Die Nacht lässt ihre Monster in eine enthumanisierte Urbanität frei. Diese werden durch die imposanten Wolkenkratzer mit ihren abends grell  beleuchteten Firmenlogos symbolisiert.

Moreau kritisiert somit den ausbeuterischen Kapitalismus, den frenetischen Produktivismus, die Überproduktion von Waren und Bildern, die Macht  der sogenannten mondialisierten Ökonomie. Daher die Neuformulierung des berühmten Bauhausslogans  in der Computeranimation « less is more » in « is less more or »?

Die Welt kommt nicht mehr zur Ruhe, sogar am Vorabend eines Weinachtsfestes. In den Bürogebäuden brennen nachts die Lichter. Computer flimmern bis ins Morgengraue hinein. Ein böses Erwachen ist nach solch politischen Nächten zu erwarten.

Eine Umweltkatastrophe riesigen Ausmasses bedroht New-York. Kein Wunder denn wir wissen dass  die USA, neben China,  der grösste CO2 Produzent  unseres Planeten ist.Dies wird uns in dem Video « Reconstruction » vor Augen geführt. Eine blaue Linie, der mit blauer Folie zugeklebten Fenster der grossen Banken, wie Standards und Poors, Goldman Sachs, Citybank und American Express in Downtown  Manhattens Skyline zeigt die Höhe des Wasserstandes (65 Meter), würden alle Eisberge der Welt  gleichzeitig schmelzen. Diesen Banken und  Grosskonzernen würde dann das Wasser  regelrecht bis  zum Halse stehen. Ob man sich darüber freuen sollte?

Moreaus Videos suggerieren Weltuntergangsstimmungen. Sie bedient sich der filmischen Sprache  düsterer Katastrophenfilmen.

Die Rotorenblättergeräusche des Helikopters in « Sortir » kann man als  Allusion an « Apocalypse now »von Francis Ford Coppola verstehen.In den Videos bedient sie sich tiefbassigen Soundtracks.

Die Künstlerin wehrt sich nicht nur inhaltlich und symbolisch gegen diesen Trend des unbegrenzten Wirtschaftswachstums.

Sie beweisst das auch praktisch dadurch dass sie nur mit dem arbeitet was bereits exisitiert, wie zum Beispiel  beleuchtete Büroräume, Wolkenkratzer, Firmenlogos usw. Ihre Arbeiten hinterlassen  keine materiellen Spuren, keinen » künstlerischen Abfall ». Die nächtlichen Aufnahmen verstärken die Idee der Leere. Die Nacht entmaterialisiert die Grossstadt.

Die Künstlerin, deren Arbeit man eher als konzeptionell  definieren kann, inspiriert sich an Autoren die sich alle mit dem Phänomen  des Urbanismus im Kapitalismus befasst haben. So zum Beispiel Guy Debord, Georg Simmel oder Georges Perec.

Latente Weltuntergangsstimmungen, eine Gesellschaft, die immer mehr im kapitalistischen Sumpf zu versinken droht. Andy Warhol wäre nicht »amused », er der grosse Verehrer amerikanischer, moderner Grossstädte und des sogenannten « American way of life »

Der Betrachter verlässt  die Austellung denn auch mit einem ambivalenten Gefühl: eine Mischung aus Erstaunen und Angst  zugleich.

Faszination für das überdimensionierte, grossartige, nächtliche Schauspiel amerikanischer Grossstädte. Angst vor dem politisch, sozial und ökologisch Unkontrollierbarem.

Geht man nachher in Richtung Boulevard  Royal, so kreisen unsere Gedanken  unweigerlich, gleich Hubschrauber-Rotorenblätter um die Macht der Banken in Luxemburg. Untermalt werden diese Gedanken durch einen fortwährenden Soundtrack des Verkehr-und Baulärms .Hier stösst Kunst auf Realität.

Kultur

14-Nov-2016 Von

Cinéma : «Moi, Daniel Blake» de Ken Loach

Alors que l’actualité politique n’est pas totalement réjouissante sur tous les fronts, il y a des événements récurrents qui sont de nature à nous redonner de l’espoir pour la lutte. Les films de Ken Loach, par exemple.

Cinéma : «Moi, Daniel Blake» de Ken Loach

Alors que l’actualité politique n’est pas totalement réjouissante sur tous les fronts, il y a des événements récurrents qui sont de nature à nous redonner de l’espoir pour la lutte. Les films de Ken Loach, par exemple.

Son dernier opus, «Moi, Daniel Blake» a reçu la palme d’or au dernier Festival de Cannes, la deuxième de sa carrière après «Le vent se lève» en 2006, magnifique film relatant la lutte d’indépendance en Irlande au début du XXe siècle. Habitué de la Croisette – avec notamment 3 prix du jury – il a aussi été récompensé par le César du meilleur film étranger en 1996 pour son inoubliable «Land and freedom» sur la guerre d’Espagne.

Dans son discours à la cérémonie de remise de la palme d’or au mois de mai dernier, Ken Loach avait insisté sur le fait que «le monde où nous vivons est en proie à un dangereux projet d’austérité véhiculé par des idées que nous appelons néo-libéralisme et qui nous a mené au bord du gouffre» Et de rajouter qu’il faut «donner un message d’espoir et dire qu’un autre monde est possible et nécessaire».

Dans «Moi, Daniel Blake», ce sont bien les conséquences dramatiques pour les classes populaires de l’austérité et des agressions néo-libérales engagées depuis Margaret Thatcher qui sont mises en image. Daniel Blake, menuisier de 59 ans en arrêt maladie suite à une crise cardiaque, est quand même obligé de se mettre à la recherche d’un emploi par le «Job Center», sous peine de sanctions. Il y rencontre Katie, mère célibataire de 2 enfants qui se voit contrainte d’accepter un emploi à 450 km de chez elle, sous peine d’être mise en foyer d’accueil. Ils vont s’entraider face à la brutalité de ce système qui, comme le souligne Ken Loach, ne fait que «punir les pauvres».

Tout au long de sa carrière prolifique, le réalisateur britannique a constamment écrit, réalisé et produit des films et des documentaires à contre-courant, malgré les difficultés financières et la censure (comme il l’a vécu à la BBC au moment de la grève des mineurs en 1984). En traitant toujours des sujets profondément politiques très variés, comme les difficultés de familles pauvres en Grande-Bretagne en passant par la guerre en Irak ou le sort des clandestins mexicains travaillant aux USA, Ken Loach réussit à nous faire ressentir que la lutte est universelle. Avec un génie cinématographique qu’il a mis au service du vécu de ces hommes et de ces femmes, il réussit toujours à nous faire vivre ces événements pleinement et provoquer une prise de conscience qui doit nous pousser à lutter pour construire un autre monde.

À voir au ciné Utopia

Source: Ken Loach, «Défier le récit des puissants» aux éditions indigène

www.indigene-editions.fr

 

Kultur

28-Okt-2016 Von

Es wird Zeit, dass Kunst wieder gesellschaftskritisch wird!

Richtung 22 will es versuchen.

Es wird Zeit, dass Kunst wieder gesellschaftskritisch wird!

Richtung 22 will es versuchen.

Die Nachfrage nach gesellschaftskritischer Kunst  ist auf dem aktuellen, internationalen Kunstmarkt nicht sehr groß. Denn welcher Millionär käme auf die Idee,  ein teures Kunstwerk in seiner Villa aufzuhängen, das soziale Ungerechtigkeit, Armut oder Ausbeutung darstellt. Kommerzielle Kunst die gefällt, verkauft sich eben besser! Vorbei sind die Zeiten, wo kritische Künstler wie Georg Grosz, Otto Dix, John Heartfield Bilder und Fotomontagen realisiert haben, die politische Sprengkraft hatten.

Einer probierte es dennoch später : Joseph Beuys. « Jeder Mensch ist ein Künstler » war eine seiner bemerkenswertesten Aussagen. Würde man  das  wörtlich nehmen, so müsste man sicherlich die Luxemburger Polizei davon ausschließen. Oder steckt in dem einen oder anderen Polizisten doch das Talent eines Hobbykünstlers? Nein. Beuys meinte, dass in jedem Menschen kreatives Potential stecke, mit dem man die Gesellschaft radikal verändern könne. Man könnte also die Mitglieder der Gruppe « Richtung 22 » als seine Enkelkinder ansehen. Kreide war übrigens auch ein beliebtes Ausdrucksmittel bei Joseph Beuys.

Oft wird behauptet, dass Kunst im Dienste der Gesellschaft reine Utopie sei oder nur, wie in der früheren Sowjetunion, zu Propagandazwecken missbraucht werde. Wie man bei der Kunstaktion am letzten Nationalfeiertag sehen konnte, ist politische Kunst  nach wie vor ein brisantes Thema. Ohne Fett und Filz, nur mit Kreide,  ist es den Mitgliedern des Kollektivs gelungen, grundsätzliche Fragen über die Zukunft unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens zu stellen. Hut ab ! Dabei geht es aber nicht um den weltbekannten Filzhut des berühmten Künstlers.

Ein Appell an die Mitglieder von Richtung 22 : « Lasst eurer Kreativität freien Lauf. Vergesst eure  Schulzeit, wo ihr zu angepassten Mitbürgern erzogen wurdet. Lasst euch nicht einschüchtern bei dem Versuch, Kunst via Internet zu demokratisieren, denn es gibt nach wie vor eine Mehrzahl junger Leute, die sich nicht in eine Kunstgalerie hinein trauen ».

Dabei fällt einem spontan das Buch „Indignez-vous !“ von Stéphane Hessel ein. Diese Aufforderung sollte jedoch nicht aus dem reaktionären Mund derjenigen kommen, die sagen, dass die Verantwortlichen der Aktion vor der Philharmonie ihren Mist zuhause an ihre Klowände schmieren sollten.

Dass « Kunst ? » hier in Luxemburg wieder zu gesellschaftspolitischen Diskussionen führen kann, hätte sich nicht träumen lassen. Käme es zu der erhofften Mentalitätsveränderungen, so wäre ich gezwungen, den nächsten Nationalfeiertag hier in Luxemburg zu verbringen. In diesem Falle würde ich dann auch gerne die neue Nationalhymne mitsingen !

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Kultur

28-Okt-2016 Von

Fotografien zwischen Schock und Faszination!

« Away from home », eine Ausstellung über Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat.

Fotografien zwischen Schock und Faszination!

« Away from home », eine Ausstellung über Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat.

« Away from home » ist der Titel einer Fotoaustellung die vom 6. bis 23. Oktober in Neimënster-Luxemburg zu sehen ist. Acht Fotografen, darunter sechs Osteuropäer stellen hier, etwas dicht gedrängt, DINA2 formatige, digitale Prints, in Farbe oder in Schwarz-Weiß aus. Die Bilder zeigen Menschen, Männer, Frauen, Kinder, die freiwillig oder unfreiwillig ihr Zuhause verlassen mussten, oder gar kein Zuhause ihr Eigen nennen können.

Matej Povse (Slovenien), Matic Zorman (Slovenien) und Maciek Nabradalik (Polen) fotografierten Flüchtlinge auf ihren langen Wegen quer durch Europa. Sven Becker (Luxemburg) berichtet über das Schicksal von Flüchtlingen, die bereits in Luxemburg leben, Patrick Galbats (Luxemburg) und Adam Lach (Polen) interessieren sich für das Alltagsleben der Romas in Polen und Moldavien.Radu Ciorniciucs (Rumänien) Projekt befasst sich mit den Strassenkindern von Bukarest, die unter der Stadt leben. Maciek Nabrodalik (Polen) zeigt, wie frühere Einwohner von Chernobyl heimkehren, um ihre zerstörten Häuser wieder in Augenschein zu nehmen. Margo Skwara (Polen) porträtiert Ausländer, die es gewagt haben, in Luxemburg ein neues, Berufsleben anzufangen.

Es sollten dokumentarische Aufnahmen werden, soziologische oder ethnografische Studien, da viele der hier präsentierten Fotographen an sich Fotojournalisten sind. Aber es gelingt ihnen, mehr daraus zu machen! Viele Prints verdienen ebenfalls das Prädikat « Kunstfotographie », da sie ganz einfach ästhetisch und schön anzusehen sind. Viele Nachtszenen erinnern einen an Werke von Caravaggio oder El Greco. Dagegen verweisen unscharf aufgenommene Szenen auf den noch lebenden deutschen Maler Gerhard Richter.

Diese permanente Zweideutigkeit, zwischen Real und Irreal bis hin zu Surreal, diese fließenden Übergänge zwischen Objektivität und Subjektivität machen den Ausstellungsbesuch besonders empfehlenswert. Man ist schockiert und zugleich fasziniert. Beim Anblick dieser Bilder macht sich ein schwer beschreibbares, ungutes Gefühl breit. Dieses Gefühl ist weniger ausgeprägt bei der Serie von Arbeiten über Flüchtlinge, die es bis nach Luxemburg geschafft haben, um hier ein neues, zweites Leben anzufangen. Warum ? Nun, diese Flüchtlinge werden mit ihrem Namen genannt, es sind Menschen mit einer Identität, einem Beruf, einem Lebenslauf.

Das ungute Gefühl weicht der Bewunderung und dem Respekt. Die meisten von ihnen wollen mithelfen unser Land voran zu bringen. Aussagen wie : « ich liebe Luxemburg, weil es multikulturell, offen, kosmopolitisch ist » sind bemerkenswert, genauso wie auch die Bitte nach einem notwendigen, interkulturellen Dialog.

Man verlässt die Ausstellung mit einem weinenden und einem lachenden Auge, und mit der Angst
dass es jeden von uns treffen kann. Umweltkatastrophen, politische Konflikte könnten uns in Zukunft auch zu Flüchtlingen machen. Man denke nur an Cattenom, wenn wir bei strahlend blauem Himmel drei weiße Wolken wie Pilze in den Himmel aufsteigen sehen. (Mapk)

Kultur

13-Okt-2016 Von

Cinéma: «3000 nuits», le calvaire d’une jeune femme palestinienne dans une prison israélienne

1980, Naplouse, Cisjordanie occupée. Une jeune Palestinienne est arrêtée par l'armée israélienne. Condamnée à tort à 8 années de prison, elle donnera naissance à son fils derrière les barreaux. Centré sur le vécu de femmes emprisonnées, le film dénonce un des outils utilisés par Israël pour briser la résistance à l'occupation de la Palestine: l'enfermement.

Cinéma: «3000 nuits», le calvaire d’une jeune femme palestinienne dans une prison israélienne

1980, Naplouse, Cisjordanie occupée. Une jeune Palestinienne est arrêtée par l’armée israélienne. Condamnée à tort à 8 années de prison, elle donnera naissance à son fils derrière les barreaux. Centré sur le vécu de femmes emprisonnées, le film dénonce un des outils utilisés par Israël pour briser la résistance à l’occupation de la Palestine: l’enfermement.

Tourné en 2015, réalisé par Mai Masri, le film est dans la programmation du festival du film arabe de Fameck/Val de Fensch. Il a été projeté à la cinémathèque de la ville de Luxembourg le 5 octobre, en collaboration avec le Comité pour une Paix Juste au Proche-Orient (CPJPO).

8 années de prison

Le film s’ouvre par un plan dans une jeep de l’armée israélienne. La nuit, par un temps pluvieux, Layal, la protagoniste (Maisa Abd Elhadi), est emmenée les yeux bandés, avec d’autres prisonniers palestiniens dans un centre de détention. Déjà l’univers sombre, clos et peu éclairé qu’on retrouvera tout au long du film. Accusée de complicité avec un jeune «terroriste», elle subit un interrogatoire musclé avant d’être enfermée dans le département des femmes d’une prison israélienne de haute sécurité. Rapidement jugée par un tribunal militaire, elle est condamnée à 8 ans de prison, sans preuves. D’abord mise en cellule avec des prisonnières de droit commun israéliennes, elle se retrouve plus tard entourée de Palestiniennes. Toutes sont de près ou de loin impliquées dans la lutte contre l’occupation. Enceinte en entrant en prison, Layal décide de ne pas avorter malgré les pressions de l’administration pénitentiaire et accouche d’un petit garçon. Deux ans plus tard, en 1982, au moment de l’invasion du Liban par l’armée israélienne et les massacres dans les camps palestiniens de Sabra et Chatilla, son fils lui est retiré et confié à sa famille.

En plus de l’enfermement, chantage, humiliations et mauvais traitements sont le quotidien des détenues palestinienne. A côté de  l’arbitraire et de la brutalité des gardiennes de prison, Layal est aussi confrontée au racisme ordinaire de la société israélienne: ainsi, après l’accouchement, une détenue israélienne lui lance : «encore un petit terroriste! ».

Barreaux, clôtures, barbelés

La cinéaste filme à merveille  cet univers clos et restitue très bien le ressenti des prisonnières face à l’injustice et l’enfermement: gros plans sur les barreaux, les clôtures, les barbelés… De nombreuses scènes sont filmées en jouant sur la lumière; celle-ci représente tour à tour l’espoir (le soleil qui éclaire la cellule à travers les barreaux), le temps qui passe (l’ombre des barreaux qui se déplace sur les murs de la cellule) ou la terreur avec l’éclairage sombre de la cellule d’isolement ou les projecteurs de la salle de torture. Layal prénommera d’ailleurs son fils Nour («Lumière» en arabe).

En plus de cette mise en lumière très réussie, le film compte aussi de nombreuses actrices de talent. En plus de Layal et de ses codétenues, les gardiennes de prison et la directrice jouent à la perfection leur rôle de représentantes de la force d’occupation, écrasant toute résistance, notamment pendant la grève et la mutinerie.

La prison, une arme de l’occupation

Israël a toujours utilisé l’enfermement comme un moyen pour étouffer toute contestation de l’occupation de la Palestine. On estime à plus de 700 000 les détenus palestiniens à avoir été enfermés dans les prisons israéliennes depuis 1967, hommes, femmes et enfants. En effet, de nombreux mineurs sont détenus, souvent pour de simples jets de pierres. La détention administrative (pouvant aller jusqu’à 6 mois, et renouvelable sans restriction) est très souvent utilisée pour enfermer des résistants palestiniens sans jugement. Les familles de prisonniers sont aussi confrontées à des représailles systématiques: destruction ou mise sous scellés des habitations, intimidations, chantages divers pour pousser à collaborer avec l’occupant…

Évoquée dans le film, la résistance palestinienne n’a souvent comme seul moyen de libérer des prisonniers que de procéder à des échanges. Ainsi, en 1982, ce sont plus de 4000 prisonniers et prisonnières  qui ont été échangés contre 6 soldats israéliens capturés au Liban. Layal n’aura pas la chance de profiter de ces accords, contrairement à plusieurs codétenues. Elle achèvera sa peine jusqu’au bout et passera 3000 nuits en prison.

Kultur

12-Okt-2016 Von

100 x CinÉast

Es ist eine Herausforderung, 100 osteuropäische Filme nach Luxemburg zu bringen, sie in einer Vielzahl von Sälen zu zeigen und dazu noch ein stattliches Rahmenprogramm anzubieten. Cineast kontrastiert mit dem Imperialismus von Hollywood ebenso wie mit der bedauerlich niveaulosen Programmierung der Popkornfabriken auf Kirchberg und auf Belval.

100 x CinÉast

Es ist eine Herausforderung, 100 osteuropäische Filme nach Luxemburg zu bringen, sie in einer Vielzahl von Sälen zu zeigen und dazu noch ein stattliches Rahmenprogramm anzubieten. CinÉast kontrastiert mit dem Imperialismus von Hollywood ebenso wie mit der bedauerlich niveaulosen Programmierung der Popkornfabriken auf Kirchberg und auf Belval.

Seit 2008 hat sich das Festival stets weiterentwickelt. Wohlverstanden: es handelt sich vorrangig um rezente Produktionen, die kaum eine Chance haben, in die kommerzielle Programmierung der Multiplexe, die weitgehend immer monopolistischer in wenigen Gesellschaften konzentriert sind, einzudringen. Das bringt einen kleinen Nachteil mit sich: die Filme sind durchwegs in der jeweiligen Nationalsprache mit englischen Untertiteln. Da die Filme aus Ost- und Mitteleuropa oft nicht hektisch laufen, bleibt Zeit, die Untertitel zu lesen.

Gibt es einen gemeinsamen Nenner? Ich habe bisher nur „The Black Pin“ (Serbien/Montenegro!) gesehen. Köstlich, voller Humor. Die Frage kann ich nicht beantworten, bin auch nur ein einfacher Konsument. Der Osten bringt uns vielleicht das Gegenteil von Action, den Sarkasmus, den Humor selbst in der Tragik und immer ein gutes kulturelles Niveau.

Just nach Festivalbeginn erreichte uns die Nachricht vom Tod des großen Andrzej Wajda. Mehrere Werke von Wajda laufen im Programm.

Wer CinÉast noch nicht kennt, sollte sich bis zum 23.Oktober inspirieren lassen. Es lohnt sich. Und es ist auch eine Geste für die Vielfalt im Kulturschaffen und für das Überleben der kleinen Säle. (www.cineast.lu)